Medien: China will angeschlagenen HNA-Konzern verstaatlichen

  • Das Coronavirus wird dem ersten Konzern in China zum Verhängnis.
  • Angeblich will das Land den Mischkonzern HNA verstaatlichen.
  • Der Ex-Großaktionär der Deutschen Bank kämpft mit einem riesigen Schuldenberg, der Ausbruch der Lungenkrankheit erschwert dem Konzern, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
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Peking. Der angeschlagene chinesische Mischkonzern HNA soll nach einem Medienbericht von der südchinesischen Provinz Hainan übernommen werden. Wie die Finanzagentur Bloomberg am Donnerstag berichtete, sieht der Plan der Behörden auch vor, die Flugzeugsparte Hainan Airlines zu verkaufen.

Der Ausbruch der Lungenkrankheit in China, der unter anderem die Luftverkehrsindustrie schwer trifft, erschwere es dem massiv verschuldeten Konzern, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Gewährsleute.

So habe die Regierung der Inselprovinz Gespräche aufgenommen, um die Kontrolle über das Konglomerat zu übernehmen. Eine Ankündigung könnte schon am Donnerstag erfolgen, "obwohl die Gespräche auch andauern oder platzen könnten", bezog sich Bloomberg auf seine Quellen.

69 Milliarden Euro großer Schuldenberg

Nach den sich abzeichnenden Plänen könnte der Großteil von Hainan Airlines an die drei größten chinesischen Fluggesellschaften Air China, China Southern und China Eastern Airlines, verkauft werden.

Der Konzern hatte sich mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit schwer überschuldet. Unter anderem gehört etwa die Schweizer Flugzeugabfertigungs-Firma Swissport zu HNA, nachdem ein Börsengang im Jahr 2018 gescheitert war.

Zuletzt nahm HNA einen neuen Anlauf zum Verkauf von Swissport. Dabei könnte dem Mischkonzern ein Verlust von mehreren hundert Millionen Dollar auf seine ursprüngliche Investition von 2,8 Milliarden Dollar drohen.

In Deutschland kennt man HNA als Aktionär der Deutschen Bank. Zeitweise hielt HNA sogar knapp zehn Prozent Anteile am deutschen Geldinstitut, hat sich dort aber auch zurückgezogen. Der Konzern kämpfe seit Jahren mit einem riesigen Schuldenberg, der laut Bloomberg Mitte vergangenen Jahres noch 525 Milliarden Yuan, umgerechnet 69 Milliarden Euro, ausgemacht haben soll.

RND/dpa


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