Deutschland droht Energiewendeziele um Jahre zu verpassen

  • Laut einer Analyse von McKinsey hinkt Deutschland seinen Zielen für die Energiewende hinterher.
  • Die Unternehmensberatung fürchtet um die Versorgungssicherheit nach dem Ausstieg aus Atomenergie und Kohleverstromung.
  • Setze sich die Entwicklung im gleichen Tempo fort wie bisher, drohen die Ziele erst mit Jahren Verspätung erreicht zu werden.
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Deutschland verfehlt nach einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey weitgehend die Ziele für die Energiewende. Gleichzeitig sei die Sicherheit der Energieversorgung nach dem Ausstieg aus Atomenergie und Kohleverstromung in Gefahr, heißt es im aktuellen McKinsey-Energiewendeindex, der am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlicht wurde.

Danach lagen die deutschen CO2-Emissionen im vergangenen Jahr mit 866 Millionen Tonnen um 116 Millionen Tonnen über dem angepeilten Ziel für 2020. Setze sich die Entwicklung im gleichen Tempo fort wie bisher, so würden die Ziele für 2020 mit acht Jahren und für 2030 mit 16 Jahren Verspätung erreicht. Die bisherigen Einsparungen seien fast ausschließlich bei der Stromerzeugung sowie zum geringeren Teil im Heizsektor erreicht worden, während Verkehr und Industrie mehr CO2 erzeugten.

Um Risiken zu vermeiden, müssten neue, flexible Kraftwerke errichtet werden

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Trotz der bescheidenen Fortschritte drohen laut McKinsey nun Probleme bei der Stromversorgung. „In den nächsten zehn Jahren gehen rund 43 Prozent der gesicherten Leistung vom Netz“, sagte Experte Thomas Vahlenkamp. Bis 2030 würden 17 Gigawatt zusätzliche Kapazitäten benötigt, um die Stilllegungen auszugleichen und Schwankungen abzufedern – das wären fast 5000 der heute an Land üblichen 3,5-Megawatt-Anlagen. Sonst könnten ab Mitte des Jahrzehnts erste Engpässe auftreten, die sich bis 2030 verschärfen könnten. Um die Risiken zu vermeiden, müssten nicht nur die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut, sondern auch neue flexible Kraftwerke errichtet oder vorhandene Kraftwerke als Reserve erhalten werden.

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RND/dpa