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Corona als Chance: Deutsche Start-ups punkten mit individuellem Mundschutz

  • Die Corona-Maskenpflicht gilt in Deutschland mittlerweile nicht nur in Einzelhandel, Nah- und Fernverkehr.
  • Viele Menschen benutzen seit Beginn der Pandemie gängige Einweg-OP-Masken als Schutz.
  • In der Corona-Krise haben sich aber auch deutsche Start-up-Unternehmen kreativ gezeigt und bieten dem Coronavirus mit verschiedenen Maskenmodellen die Stirn. Wir zeigen fünf Beispiele auf.
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Stuttgart. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren sie noch nicht weit verbreitet, ein halbes Jahr später sind sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Mund-Nasen-Schutzmasken, es herrscht deutschlandweit eine Maskenpflicht.

Entsprechend haben in den vergangenen Monaten viele junge Unternehmen teilweise schon sehr früh die Produktion und den Verkauf von Corona-Schutzmasken für sich entdeckt. Sei es, weil das eigentliche Geschäft wegen der Corona-Krise eingebrochen ist und man versuchte, Umsatzverluste auszugleichen, oder weil die Jungunternehmer schlicht eine Chance in der Krise sahen, Geld zu verdienen.

Viele Maskenprodukte von deutschen Start-ups zeichnen sich teilweise nicht nur durch Kreativität, sondern auch durch Innovation aus. Ebenso ist der Charitycharakter vielen in der Corona-Krise wichtig, oftmals werden Teile des eingenommenen Maskenumsatzes für wohltätige Zwecke und Verbände gespendet.

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Von Socken und Rucksäcken zur Maske

Ein Unternehmen, das eigentlich ursprünglich nichts mit Schutzmasken zu tun hat, ist das Mannheimer Start-up von Jungfeld. Es hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Produzent von bunten Socken gemacht. Im Zuge der Corona-Krise schwenkte man nun auch auf den Vertrieb eigener Baumwollmasken um. Die beiden Gründer des Unternehmens, Maria Pentschev und Lucas Pulkert, bieten jedem Kunden im Onlineshop auch die Möglichkeit an, Masken zu spenden. Mit dem Paket „Kaufe 1 & Spende 1“ kann jeder Käufer für knapp 15 Euro normal eine Maske erwerben, gleichzeitig wird mit einem Aufpreis aber eine weitere Maske zum Selbstkostenpreis produziert, die Menschen in Not beziehen können.

Bei Jungfeld gibt es Masken in den Kategorien einfarbig, Muster und Statement. © Quelle: Jungfeld

In der Corona-Krise hat auch das Berliner Start-up Fitz & Huxley sein ursprüngliches Produktportfolio von Rucksäcken einfach um Corona-Schutzmasken erweitert und bietet jetzt zum jeweiligen Rucksackmodell die farblich dazu passende Maske an. Mit dem Erwerb einer Maske unterstützt jeder Käufer zudem Berliner Schneider, die Covid-19-bedingt derzeit laut dem Unternehmen wenig Aufträge haben. Preislich liegen die Baumwollmasken zwischen 6 und 12 Euro.

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Gute Laune im Maskenalltag

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Gute Laune und die Menschen einfach zum Lachen bringen will derweil das Start-up Swapface aus Köln mit seinen Corona-Schutzmasken. Gegründet wurde das junge Unternehmen erst im Mai 2020 – unmittelbar nach dem ersten Corona-Lockdown. Die Swapface-Masken sind mit lustigen Gesichtsmotiven versehen, zu 100 Prozent aus Baumwolle, wiederverwendbar und bei 60 Grad waschbar.

Das Start-up Swapface aus Köln vertreibt lustige Corona-Schutzmasken. © Quelle: Swapface

„Mit unseren Masken möchten wir in dieser verrückten Zeit mehr Leichtigkeit in die Kommunikation und Spaß in den Maskenalltag bringen“, so die Gründerinnen Svanja und Lilia Kleemann. Swapface spendet für jede verkaufte Maske zum Normalpreis einen Euro an die Projekte der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Die Papiermaske zum Selbstfalten

Eine gänzlich andere Art von Maske hat das Start-up-Unternehmen one2safe aus dem bayerischen Neudrossenfeld entwickelt: Eine Einweggesichtsmaske aus Papier zum Selbstfalten. Sie besteht aus einem Streifen stärkeren Papiers, das laut dem Unternehmen nach einfacher Anleitung zusammengesteckt und mit zwei seitlichen Papierstreifen oben am Hinterkopf geschlossen wird. Die Masken sind nicht luftdurchlässig, man atmet aber auch nicht durch die Maske selbst, sondern durch schmale Freiräume zwischen Gesicht und Maske, die beim Tragen entstehen. So wird die eigene Atemluft umgeleitet in die Richtung des eigenen Kopfes.

Eine Einweg-Gesichtsmaske aus Papier hat das Start-up-Unternehmen one2safe entwickelt. © Quelle: One2Safe
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Länger als vier Stunden sollte die Maske laut one2safe aber nicht getragen werden. Preislich sind die Masken ab einer Abnahme von zehn Stück für 49 Cent zu haben. Mit den Einweggesichtsmasken zielt one2safe vor allem auf Kunden aus dem Einzelhandel. So könnte jeder Kunde im Eingangsbereich von Ladengeschäften eine Maske nehmen.

Hightechmaske für die Spülmaschine

Im Vergleich dazu ist die Schutzmaske des Start-ups Clair aus Köln Hightech pur. Das Unternehmen hat eine transparente FFP2-Maske auf den Markt gebracht, die in der Spülmaschine oder mit einem Anti-Beschlag-Spray gereinigt werden und bis zu zehn Jahre getragen werden kann. Hergestellt werden die Masken in Deutschland.

Die FFP2-Schutzmaske des Start-ups Clair aus Köln. © Quelle: Clair-Solution

Die Masken besitzen an der Unterseite einen austauschbaren Filter, der aus drei Lagen besteht, und haben zwei Ausatemventile, die verschließbar sind, um andere Menschen zu schützen. Eine Aio-Maske von Clair kostet 39 Euro, 15 passende Filterpads weitere 15 Euro. Das Unternehmen selbst finanziert sich und die Produktion der Masken über Crowdfunding.

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