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  • Lufthansa: Zahlt die Airline lieber an Steueroasen wie Malta? Netzwerk Steuergerechtigkeit führt Untersuchung durch

Lufthansa: Verschiebt die Airline Gewinne in Steueroasen?

  • Mit Milliardenbeträgen musste die angeschlagene Lufthansa vom Staat gerettet werden.
  • Die Bürgerbewegung Finanzwende und das Netzwerk Steuergerechtigkeit werfen der Airline vor, Gewinne in Steueroasen wie Malta zu verschieben.
  • Dabei könnte der Staat das Geld gut gebrauchen – gerade jetzt.
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Hannover. Prellt die Lufthansa den deutschen Staat um Steuergelder? Das Netzwerk Steuergerechtigkeit kommt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Airline in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt nur wenig Unternehmenssteuern in Deutschland gezahlt habe. Es sei sehr wahrscheinlich, heißt es im Fazit, dass die Lufthansa Gewinne in Steueroasen wie Malta verschoben habe. Dort betreibe die Airline eine Tochtergesellschaft mit zwei Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr fast 200 Millionen Euro Gewinn gemacht habe. “Das ist ein Indiz, dass es sich nicht um eine übliche Arbeitsstätte handelt”, sagte Konrad Duffy, Referent für Finanzkriminalität bei der Bürgerbewegung Finanzwende, im N-TV-Podcast “Wieder was gelernt”.

Der gemeinnützige Verein hat die Untersuchung beim Netzwerk Steuergerechtigkeit in Auftrag gegeben, nachdem bekannt wurde, dass der Staat die Lufthansa in der Corona-Krise vor der Pleite retten muss. Mit 20 Prozent steigt der Bund bei der angeschlagenen Airline ein. Nimmt die Lufthansa das Geld des Staates also dankend an - und enthält es vor, wenn sie selbst Steuern zahlen soll? Der Vorwurf, dass der Konzern Steuerumgehung im Ausland betreibt, ist nicht neu.

Lufthansa beteuert, sich an geltendes Recht zu halten

Gegenüber der “Süddeutsche Zeitung” (SZ) hatte Lufthansa kürzlich angegeben, dass man “die nationalen und internationalen Rechts- und Steuervorschriften” beachte. Bei Standortentscheidungen - also auch von Tochterunternehmen - spielten “verschiedenste Parameter eine Rolle”. Zählt dazu auch der Steuersatz? Auf den ersten Blick ist Malta nicht attraktiv. 35 Prozent müssen Unternehmen dort auf ihre Gewinne abführen. Allerdings fließt ein Großteil des Geldes später auch wieder an die Firmen zurück. Real zahlten sie fünf Prozent Steuern, sagte Konrad Duffy von der Bürgerbewegung Finanzwende im ntv-Podcast.

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Das von kirchlichen Hilfsorganisationen und Gewerkschaften getragene Netzwerk Steuergerechtigkeit und die Bürgerbewegung Finanzwende werfen der Bundesregierung vor, die vermeintliche Steuervermeidungspolitik der Lufthansa zu tolerieren. Damit verzichte der Staat auf Geld, das er derzeit gut gebrauchen könnte - nicht zuletzt, um angeschlagene Großunternehmen zu retten.

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