Lufthansa will “Luftbrücke” zur Warenversorgung einrichten

  • Die Lufthansa schaltet in den Krisenmodus, holt Touristen zurück nach Deutschland und hält ihr Frachtgeschäft aufrecht.
  • Nun hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr angekündigt, eine Luftbrücke zur Versorgung der Bevölkerung einrichten zu wollen.
  • Allerdings ist nicht klar, welches Problem der Airline-Chef damit lösen will.
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Die Lufthansa plant offenbar die Einrichtung einer Luftbrücke, um die Folgen des Coronavirus für die Bevölkerung abzumindern. “Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrechtzuerhalten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland”, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der “Bild”-Zeitung.

Der Vorstoß erinnert an die Luftbrücke, mit der Westberlin zwischen 1948 und 1949 versorgt wurde. Damals hatte die sowjetische Besatzungsmacht den Güterverkehr nach Westberlin eingeschränkt, 2,2 Millionen Bewohner der Stadt mussten versorgt werden – was die sogenannten Rosinenbomber der westlichen Alliierten übernahmen. Insgesamt starteten damals 277.728 Frachtmaschinen in Richtung der einstigen Hauptstadt.

Welches Problem Spohr mit einer neuen Luftbrücke lösen will, geht aus dem Bericht der “Bild”-Zeitung allerdings nicht hervor: Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung drohen nach übereinstimmenden Aussagen von Händlern, Ministerien und Landwirten in Deutschland nicht. Wenn überhaupt könnten Grenzschließungen dazu führen, dass es an ausländischen Lkw-Fahrern für den Transport der Waren mangelt – ein Fall, in dem laut Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Bundeswehr Teile der Logistik übernehmen könnte.

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Problematischer gestaltete sich zuletzt die Lieferung von Vorprodukten aus China. Viele hiesige Industrieunternehmen ringen mit den Auswirkungen der Fabrikschließungen in China auf ihre Lieferketten. In China läuft die Produktion zwar wieder an, allerdings dauert es per Schiff etwa einen Monat, bis chinesische Güter in Deutschland eintreffen.

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Lufthansa holt Touristen zurück

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Zugleich kündigte Spohr an, sich auch intensiv um die Heimkehr deutscher Urlauber bemühen zu wollen. “Die Krisenstäbe von Lufthansa und Bundesregierung schalten sich jetzt zusammen und planen konkrete Sonderflüge für Passagiere. Parallel werden die Crews eingeteilt und über ihre Sondereinsatzpläne informiert.”

Die Lufthansa leidet – wie alle Fluggesellschaften – massiv unter den Auswirkungen des Coronavirus. Wegen Reisebeschränkungen, abgesagter Dienstreisen und ausbleibender Touristen hat die Airline 23.000 Flüge gestrichen und einen massiven Sparkurs angekündigt.

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