E-Flugtaxi Lilium: Nach NRW nun auch deutsches Flugnetz in Bayern festgelegt

  • Flugtaxipionier Lilium legt in Bayern ein zweites deutsches Flugnetz fest.
  • Start der Elektrojets könnte im Jahr 2024/2025 sein.
  • Die Flughäfen werden dabei mit Bahnhöfen, Parkhausdächern oder Wiesen vernetzt.
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München. Der Flugtaxipionier Lilium hat nach Nordrhein-Westfalen nun ein zweites süddeutsches Flugnetz festgelegt. Dessen Zentren sind die Flughäfen München und Nürnberg, die erst einmal per siebensitzigen und senkrecht startenden wie landenden Lilium-Elektrojets miteinander verbunden werden, erklärte ein Firmensprecher die Pläne.

Bei 250 Kilometer Reichweite sind damit vom Flughafen München aus auch Stuttgart oder Teile Österreichs erreichbar oder von Nürnberg aus Frankfurt und Leipzig. Auch beim schon vorigen Herbst bekannt gegebenen nordrhein-westfälischen Netz sind die beiden Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf das Zentrum. Die Flughäfen sollen mit Dächern von Bahnhöfen oder Parkhäusern oder Wiesen in Gewerbegebieten angebunden werden.

Erste Serienproduktion 2022 aus Bayern

Ein drittes Flugtaxinetz plant Lilium im US-Bundesstaat Florida. Ob in allen drei Regionen gleichzeitig oder zeitlich versetzt gestartet wird, sei noch offen, erklärt Lilium. Klar sei, dass Teile der ersten Serienproduktion von Lilium-Jets aus dem bayerischen Werk am Firmensitz Weßling für das süddeutsche Flugnetz reserviert seien. 2022 soll dort die erste Maschine endmontiert werden.

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„Die Flughäfen München und Nürnberg sind zentrale Mobilitätsknotenpunkte, die wir über die Zeit mit Groß- und Kleinstädten in der ganzen Region verbinden werden“, sagt Lilium-Chef Daniel Wiegand. Kosten soll die vollelektrische und damit abgasfreie Personenbeförderung per Lilium-Flugtaxi so viel wie ein herkömmliches Verkehrsmittel.

830 Millionen Euro frisches Kapital

Derzeit laufen parallel zu den Vorbereitungen für Serienproduktion der Fluggeräte und dem Betriebsstart erster Flugnetze auch Zertifizierungsverfahren für die Senkrechtstarter in den USA und Europa. Finanzierungssorgen ist Lilium spätestens seit Bekanntgabe eines Börsengangs an der US-Technologiebörse Nasdaq binnen drei Monaten endgültig los. Dazu fusionieren die Bayern mit dem US-Börsenvehikel Qell, was zudem 830 Millionen Euro frisches Kapital ins Haus bringt.

Der Firmenwert von Lilium wird aktuell auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt. Lilium hat zuletzt auch immer mehr namhafte Experten aus der Luftfahrtindustrie an sich gebunden wie zum Beispiel den langjährigen Airbus-Chef Tom Enders, der beim erst vor fünf Jahren gegründeten Start-up-Unternehmen in den Aufsichtsrat einzieht.

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