Lieferdienste: Ein zweites Amazon darf es nicht geben

  • Investoren setzen auf die neuen ultraschnellen Lieferdienste.
  • Hohe Renditen sind aber nur mit Monopolen möglich.
  • Kartellbehörden und Politiker müssen für fairen Wettbewerb und faire Arbeits­bedingungen sorgen, kommentiert Frank-Thomas Wenzel.
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Frankfurt. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher wird vieles bequemer. Lieferdienste machen es möglich. Soviel steht fest. Kuriere auf E‑Bikes werden künftig vieles liefern, was man in einem Haushalt so braucht. Waschmittel, frische Eier, Brot und Joghurt. Und natürlich auch die Lieblingspizza oder feinstes Sushi.

Der Handel mit Lebensmitteln und die Gastronomie werden um eine Spielart bereichert. Per Smartphone wird bestellt, geliefert wird prompt. Eine feine Sache, kein Zweifel.

Wer diese Geschäfte betreiben wird, ist derzeit noch völlig offen. Infrage kommen Start-up-Firmen wie Gorillas und Flink. Auch der Dax-Konzern Delivery Hero hat gute Chancen. Und dann sind da noch die großen Handels­konzerne: Edeka, Rewe, Lidl oder Aldi. Die werden das neue Geschäftsfeld nicht kampflos den Newcomern überlassen.

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Ein Lieferdienst-Monopol muss verhindert werden

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Sicher ist: In der nahen Zukunft wird ein harter Kampf um Marktanteile entbrennen. Er wird dadurch angeheizt, dass viel Kapital unterwegs ist, das lukrative Anlagen sucht. Und die ultraschnellen Lieferdienste sind bei den Investoren besonders beliebt. Da schwingt die Erwartung mit, dass eines der Unternehmen es schafft, sich als eine neue Version von Amazon zu etablieren. Doch so weit darf es nicht kommen.

Amazon ist stark geworden, weil das Unternehmen schon vor Jahren Rivalen gnadenlos weggebissen hat. Heute kontrolliert der Konzern den globalen Onlinehandel. Kundinnen, Kunden, Händlern und Händlerinnen werden die Konditionen diktiert. Mit der Folge, dass die Profite beim Monopolisten landen und viele kleine Händlerinnen und Händler aufgegeben haben.

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Wettbewerbshüter und die Politik müssen jetzt bei den Lieferdiensten ganz genau hinschauen. Einerseits, um neue Monopole zu verhindern. Andererseits, um angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen in den Unternehmen zu gewährleisten.

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