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  • Lieferando-Betriebswahlen in Köln: Polizeieinsatz wegen Auseinandersetzung - Standortleiter soll Prügel angedroht haben

Polizeieinsatz bei Betriebsratswahl: Lieferando-Führungskraft soll Prügel angedroht haben

  • Bei Lieferandos Betriebswahlen in Köln soll es zu einem Polizeieinsatz gekommen sein, berichtet “Business Insider”.
  • Der Standortleiter in Köln soll selbst für den Posten als Betriebsrat kandidiert haben und Leute vor dem Wahllokal abgewiesen haben.
  • Bei der anschließenden Auseinandersetzung soll der Mann seinen Widersachern Prügel angedroht haben.
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Köln. Bei der Betriebsratswahl von Liederando in Köln ist es einem Bericht des “Business Insider” zufolge zu einem Polizeieinsatz infolge einer Auseinandersetzung gekommen. Der Standortleiter in Köln soll mehreren Personen Prügel angedroht haben, erfuhr der “Business Insider” aus Betriebsratskreisen. Gegen ihn sei eine Anzeige wegen Nötigung und unzulässiger Beeinflussung von Betriebsratswahlen erstattet worden.

Lieferando will Vorfall untersuchen

Der Standortleiter soll selbst für den Posten als Betriebsrat kandidiert haben. Der Mann habe vor dem Eingang des Wahllokals zunächst Flyer verteilt und später auch Leute abgewiesen. Kandidatenwerbung bei Betriebsratswahlen ist nach aktueller Rechtslage erlaubt, jedoch darf man Mitarbeiter nicht an der Wahl hindern oder unter Druck setzen. Der Wahlleiter habe dem Standortleiter daraufhin gesagt, er solle das Gelände verlassen.

Dieser Aufforderung sei der Standortleiter nicht nachgekommen, heißt es bei “Business Insider”. Es sei zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der der Mann seinen Widersachern Prügel angedroht haben soll. Lieferando-Chef Jörg Gerbig sagte “Business Insider”, dass das Unternehmen den Vorfall untersuchen werde. Die Wahl habe nicht in den Räumlichkeiten des Unternehmens stattgefunden.

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Orry Mittenmayer, Mitbegründer vom Projekt “Liefern am Limit” der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – das sich für bessere Arbeitsbedingungen bei Lieferando einsetzt –, kritisierte den Vorfall scharf.

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Monatelanger Streit zwischen Management und Betriebsrat landet vor Gericht

Schon seit Monaten streiten sich der Bringdienst und seine Kurierfahrer über die Wahlen eines Betriebsrats. Hintergrund des Schlagabtauschs ist die Übernahme des Konkurrenten Foodora durch Lieferando-Mutter Takeaway.com: Lieferando hatte sich laut “Business Insider” deren Betriebsräte ins Haus geholt, allerdings hätten sie nur die Foodora-Fahrer und nicht die 400 Mitarbeiter in Köln vertreten. Der Streit darüber landete sogar vor dem Landesarbeitsgericht in Köln. Die Richter entschieden im Januar zugunsten neuer Wahlen – bei denen es nun offenbar zu heftigem Zoff kam.

RND/bk

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