Nutri-Score: Aldi, Lidl und Rewe wollen Nährwertampel einführen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

Berlin. Die großen Discounter Aldi und Lidl und die Handelskette Rewe haben angekündigt, die freiwillige Nährwertampel Nutri-Score für Teile ihrer Eigenmarken einzuführen. Allerdings nur, wenn dafür die rechtliche Grundlage geschaffen wird. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat eine dafür vorgesehene Verordnung auf den Weg gebracht. Sie soll den Rahmen für eine freiwillige Verwendung auf der Packungsvorderseite von Fertigprodukten schaffen.

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Der Discounter Lidl teilte mit, seine Kunden „bei einer einfacheren Orientierung und Kaufentscheidung für eine bewusstere Ernährung“ unterstützen zu wollen. Sobald der rechtliche Rahmen dafür geschaffen sei, werde das Unternehmen mit der Kennzeichnung beginnen. „Wir haben viele Kundenanfragen, die aktiv nach einer transparenten Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten fragen“, erklärt Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf von Lidl Deutschland.

Aldi Nord und Aldi Süd erklärten, sie unterstützten die Einführung des Nutri-Scores und planten, das Logo auf „relevanten Eigenmarken-Produkten“ aufzubringen. Rewe will ebenfalls eine „Vorreiterrolle“ bei der Nährwertkennzeichnung einnehmen. Erste Produkte anderer Hersteller mit dem Nutri-Score sind bereits in Supermärkten zu kaufen.

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Rechtsrahmen soll Mitte 2020 stehen

Nach langem Streit über eine klarere Kennzeichnung für Zucker, Fett und Salz hatte sich Klöckner Ende September auf das aus Frankreich stammende System festgelegt. Es hatte zuvor in einer offiziellen Verbraucherbefragung am besten abgeschnitten. Der Verordnungsentwurf soll nun zunächst in der Regierung abgestimmt werden. Die Verordnung muss dann auch von der EU-Kommission gebilligt werden, das Kabinett und der Bundesrat müssen ebenfalls zustimmen. Angestrebt wird, dass der Rechtsrahmen Mitte 2020 steht.

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben.

Das neue Logo soll eine Ergänzung für die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle sein, die meist auf der Rückseite von Packungen steht. Erste Produkte damit sind schon in deutschen Supermärkten zu kaufen. Die großen Discounter Aldi und Lidl und die Supermarktkette Rewe haben grundsätzlich angekündigt, die freiwillige Kennzeichnung zumindest für Teile ihrer Eigenmarken einführen zu wollen.

Eine erweiterte Nährwertkennzeichnung ist europarechtlich nur als „staatliche Empfehlung“ möglich, wie das Ministerium erläuterte. Klöckner will sich aber für ein EU-weit verpflichtendes System einsetzen.

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RND/ka/dpa

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