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  • Leibniz-Uni Hannover: Professor Stefan Homburg wirft Studenten nach Kritik aus seiner Vorlesung

Protest gegen umstrittenen Professor: Studierende von Onlinevorlesung ausgeschlossen

  • Stefan Homburg, Professor der Leibniz-Universität Hannover, äußert sich des Öfteren kritisch zu den Corona-Maßnahmen.
  • Studierende widersprechen ihm und veröffentlichen ein Schreiben.
  • Als Reaktion wurden sie vom Professor von der weiteren Teilnahme der Veranstaltung ausgeschlossen.
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Ihre öffentliche Kritik am umstrittenen Professor Stefan Homburg hat Folgen für Studenten der Leibniz-Universität Hannover. Nachdem sie dem Finanzwissenschaftler per Brief auf einer E-Learning-Plattform widersprochen hatten, schloss Homburg sie von seiner Onlinevorlesung aus, wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) berichtet.

Homburg, Direktor des Instituts für öffentliche Finanzen der Leibniz-Universität, äußerte sich mehrfach in Youtube-Videos und auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen, die Bund und Länder Anfang März entschieden. Er stellte die Verhältnismäßigkeit der Corona-Regeln infrage und zog Vergleiche mit der Nazi-Herrschaft in Deutschland ab 1933.

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Veröffentlichtes Schreiben wurde vom Professor gelöscht

Einige seiner Studierenden teilen die Meinung zu den Maßnahmen allerdings nicht: Studierende der Volkswirtschaftslehre haben in einer Onlinevorlesung zu Kommunalfinanzen gegen die Thesen des Professors protestiert. Gemeinsam verfassten “sechs bis sieben” Teilnehmer des Seminars einen ungefähr zwei Seiten langen Text, in dem sich sie sich mit Homburgs Kritik an Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht, seinen Zweifeln an der Gefährlichkeit des Virus und Vergleichen mit der NS-Diktatur beschäftigen. Der Text wurde von einem der Studenten unter seinem Namen Mitte Mai bei Stud.ip veröffentlicht.

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Als Reaktion löschte der hannoversche Finanzwissenschaftler den Beitrag aus dem Forum und schloss mehrere Studenten von der Veranstaltung aus.

Homburg bestätigt der “HAZ” den Fall. “Die Studenten haben vandaliert.” Es solle in der Vorlesung ausschließlich um öffentliche Finanzen gehen. “Wer etwas anderes diskutieren möchte, kann das bei Facebook oder Twitter tun.” Das habe er zu Beginn der Vorlesung auch so auf Stud.ip geschrieben. Er verlangt eine Entschuldigung. Sollte sich einer der Studenten bei ihm melden, werde er das Lehrmaterial per E-Mail zusenden.

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Universität und Landesregierung prüfen den Fall

Eine Sprecherin der Leibniz-Uni erklärte der “HAZ”, die Hochschulleitung werde den Vorfall sorgfältig prüfen. Darüber hinaus gelte: “Die Meinungsäußerungen von Herrn Homburg werden nicht im Namen der Leibniz-Universität Hannover abgegeben, und die Hochschulleitung teilt diese Haltung ausdrücklich nicht.”

Die niedersächsische Landesregierung sieht das kritisch. Es werde nun geprüft, ob das noch durch die Wissenschaftsfreiheit gedeckt sei. Ebenso werde das Wissenschaftsministerium untersuchen, ob Homburgs Nutzung von Uniservern rechtens sei.

RND/tmo



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