Leerer Stiefel? Nikolaustag verliert an Bedeutung

  • "Black Friday" und "Cyber Monday" bekommen immer mehr Zuwachs - dafür verliert der Nikolaustag im Weihnachtsgeschäft an Bedeutung.
  • Umfragen zufolge wollen nur etwa ein Viertel der Konsumenten gezielt Geld zum Nikolaustag ausgeben.
  • Das Weihnachtsgeschäft nimmt trotzdem zu: Davon profitieren vor allem Händler, die online und stationär vertreten sind.
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Berlin. Der Nikolaus wird auch in diesem Jahr in Deutschland wieder Geschenke für Hunderte Millionen Euro bringen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts für Handelsforschung im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) werden die Verbraucher in der Bundesrepublik anlässlich des Festtages am 6. Dezember rund 860 Millionen für Blumen, Geschenke und Süßwaren ausgegeben.

Vor allem Kinder werden zu Nikolaus beschenkt

Beschenkt werden der Umfrage zufolge zu Nikolaus vor allem die eigenen Kinder und der Partner oder die Partnerin - hin und wieder auch andere Familienmitglieder oder Kinder im näheren Umfeld. Nur selten gibt es dagegen Präsente für Freunde oder Arbeitskollegen.

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Allerdings verliert der Nikolaustag im Zeitalter von Schnäppchen-Events wie dem "Black Friday" oder dem "Cyber Monday" ein wenig an Bedeutung. Nur gut ein Viertel (26,2 Prozent) der Konsumenten plant in diesem Jahr gezielte Ausgaben zu Nikolaus. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war der Nikolaustag noch für fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) ein Anlass zum Geldausgeben.

Die Konsumenten greifen vor allem für die eigenen Kinder in die Tasche. Für sie werden der Umfrage zufolge durchschnittlich 26 Euro pro Kopf ausgegeben. Für den Partner müssen 21 Euro reichen. Besonders oft wählen Verbraucher Blumen oder kaufen für die Nikolausstiefel Bücher oder Spielwaren. Schoko-Nikoläuse oder andere Süßwaren sind ebenfalls beliebt.

November und Dezember sind umsatzstärkste Monate

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Auch wenn Nikolaus als Geschenktag an Bedeutung verliert, ist die Weihnachtszeit insgesamt für den Einzelhandel noch immer der Höhepunkt des Jahres. Die Monate November und Dezember seien die umsatzstärksten Monate der Branche. Auf das Weihnachtsgeschäft entfalle fast ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Für einige Branchen sei die Bedeutung sogar noch höher. So erzielten der Spielwarenhandel, der Buchhandel und Anbieter von Unterhaltungselektronik rund ein Viertel der Gesamtumsätze in den letzten beiden Monaten des Jahres. Auch bei Uhren und Schmuck sei der Anteil des Weihnachtsgeschäfts überproportional hoch.

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Umsatz des Weihnachtsgeschäftes wächst

Der HDE rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft. Das wäre noch einmal eine Steigerung um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumstreiber dürfte einmal mehr der Internethandel sein. Die Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft werden nach der Prognose des HDE um fast 11 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro zulegen.

Allerdings dürften auch in diesem Jahr nicht alle Einzelhändler gleichermaßen von der weihnachtlichen Kauflust der Bundesbürger profitieren. Das zeigte sich schon in der Woche vor dem ersten Advent. Zwar war der Handel insgesamt mit der Verkaufswoche durchaus zufrieden. Doch gab es große Unterschiede. Von guten Verkaufszahlen konnten laut HDE vor allem Händler berichten, die online und stationär aktiv sind. Mittelständische Händler in vielen Innenstädten klagten dagegen über schwache Kundenfrequenzen.

RND/dpa