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Kommentar

Lecks in Nord Stream 1 und 2: Wir befinden uns im Energiekrieg

Gasblasen über einem der Lecks in der Ostsee.

Gasblasen über einem der Lecks in der Ostsee.

Berlin. Drei von vier Nord-Stream-Röhren sind zerstört – mutmaßlich durch einen Sabotageakt und womöglich auf Dauer. Was klingt, wie eine Episode aus einem James-Bond-Film, ist bittere Realität. Es gibt Mächte, die ein Interesse und offenbar auch die Fähigkeiten haben, gezielte Anschläge auf das Rückgrat unserer Energieversorgung zu verüben. In der Theorie war diese Bedrohung schon lange klar, die Umsetzung aber lässt einen erschaudern. Und womöglich ist das genau das Ziel.

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Zwei Lecks an der Gaspipeline Nord Stream 1 entdeckt

Die Ursache für die Lecks in der Ostsee bei Bornholm ist bisher unklar. Das Präsidialamt in Moskau schloss Sabotage nicht aus.

Ja, es ist bislang nicht bekannt, wie die Lecks entstanden sind und wer dahintersteckt. Sicher ist nur, wem sie am meisten nützen – und zwar Russland. Es sind weniger die kaputten Rohrleitungen selbst, von denen der Kreml profitiert. Auf absehbare Zeit wäre ohnehin kein Gas mehr durch sie geflossen.

Was dem gelernten Geheimdienstmann Wladimir Putin hilft, ist die Nachricht von ihrer Zerstörung – denn sie schafft Unsicherheit und Angst. Sie führt uns Europäerinnen und Europäern vor Augen, wie verwundbar unsere Energieversorgung ist. Was, wenn es beim nächsten Mal einen großen Offshore-Windpark trifft? Oder die in der aktuellen Krise so wichtige Nordseepipeline von Norwegen nach Deutschland?

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Die Sorgen sind berechtigt, aber Angst hilft in dieser Lage nicht weiter. Stattdessen müssen wir unsere kritische Infrastruktur besser schützen und notfalls auch verteidigen. Dazu gehört eine Cyberabwehr, die diesen Namen verdient, dazu gehören gut ausgestattete Geheimdienste und dazu gehört auch militärische Abschreckung. Wir müssen einsehen, dass wir uns in einem Energiekrieg befinden. Und der wird gerade mit allen Mitteln geführt.

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