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Handelsverband warnt

„Preissteigerungen sicherlich zweistellig“: Lebensmittel werden deutlich teurer

Im deutschen Einzelhandel droht ein weiterer Preisschub. (Archivbild)

Berlin.Die Lebensmittelpreise in Deutschland dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen. Schon vor Ausbruch des Ukraine-Krieges seien die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, sagte Sanktjohanser.

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Bäckereibetriebe sind gleich mehrfach von Preiserhöhungen betroffen, etwa bei Getreide, Öl, Saaten, Papier und Energie.

Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben. „Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.“ Es werde „erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen geben“, so Sanktjohanser.

Aldi hat am Freitag angekündigt, ab der kommenden Woche unter anderem die Preise für Fleisch, Wurst und Butter zu erhöhen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur und die „WAZ“. Die Produkte würden „deutlich teurer“, sagte Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck. Grund hierfür seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse. Bereits vor zwei Wochen hatte Aldi die Preise für etwa 160 Artikel angehoben, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Wettbewerber wie Edeka und Globus kündigten ebenfalls Preiserhöhungen an.

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Der Generalsekretär des deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, bezeichnete die Preiserhöhungen bei Aldi als einen notwendigen und folgerichtigen Schritt. „Diese Anpassungen sind überfällig und spiegeln nicht nur die aktuellen Marktverwerfungen und Kostensteigerungen in der Erzeugung, sondern auch die ersten Kosten des Transformationsprozesses der Branche“, sagte er. Es komme für die Betriebe nun darauf an, dass das Geld nicht in der Vermarktungs- und Verarbeitungskette hängen bliebe, sondern auch bei ihnen selbst ankomme.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Versorgung mit Lebensmitteln sei absehbar für ein Jahr gesichert. „Aber über diesen Zeithorizont hinaus ist es schwierig mit einer Prognose.“

Die Spitzenverbände von Handel und Agrarbranche tauschen sich auf Ebene der Zentrale Koordination Handel – Landwirtschaft (ZKHL) über Folgen des Ukraine-Krieges aus. ZKHL-Geschäftsführer Hermann-Josef Nienhoff sagte, die aktuelle Welle der Preissteigerungen sei bei den Verbrauchern noch nicht angekommen. Die ZKHL war nach anhaltenden Protesten aus der Landwirtschaft gegen die Preispolitik der Handelskonzerne ins Leben gerufen worden.

Die Inflation in der Eurozone ist im März im Jahresvergleich um 7,5 Prozent, gestiegen wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Für Deutschland teilte das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 7,3 Prozent im März im Vergleich zum Vormonat mit.

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RND/sebs/dpa

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