Kurzarbeitergeld drückt Lohnstatistik in der Corona-Krise

  • Die offiziell registrierte Lohnentwicklung in Deutschland wird weiterhin durch die Kurzarbeit gedrückt.
  • Der reale Verdienstrückgang sank um minus zwei Prozent.
  • Der Einsatz der Kurzarbeit machte sich vor allem bemerkbar durch die geringere bezahlte Wochenarbeitszeit.
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Wiesbaden. Das Kriseninstrument der Kurzarbeit drückt weiterhin die offiziell registrierte Lohnentwicklung in Deutschland. Auch weil die von der Arbeitsagentur gezahlte Lohnersatzleistung in der entsprechenden Statistik nicht erfasst wird, sanken die Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten im ersten Quartal dieses Jahres um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Höhere Verbraucherpreise und Kurzarbeit spürbar

Da im gleichen Zeitraum auch die Verbraucherpreise um 1,3 Prozent anzogen, lag der reale Verdienstrückgang sogar bei minus zwei Prozent, wie die Statistikbehörde am Montag berichtete.

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Der Einsatz der Kurzarbeit machte sich vor allem bemerkbar durch die geringere bezahlte Wochenarbeitszeit, die bei Vollzeitbeschäftigten um 3,0 Prozent zurückging. Das zum Vergleich herangezogene Startquartal 2020 war noch wenig von der Pandemie betroffen gewesen.

Beherbergungsbetriebe: Bruttoeinkommen sank um ein Drittel

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In einzelnen Branchen war die Wirkung der Krise auf die erfassten Bruttoeinkommen einschließlich der Sonderzahlungen deutlicher zu spüren. So sanken die Nominallöhne bei Beherbergungsbetrieben (-38,6 Prozent) und in der Luftfahrt (-35,8 Prozent) in der Jahresfrist um mehr als ein Drittel.

Zudem waren Beschäftigte in den unteren Leistungsgruppen stärker betroffen als Fachkräfte oder leitende Angestellte. Das ausgezahlte Kurzarbeitergeld milderte zwar die finanzielle Situation der Empfänger, wurde aber in der Verdienststatistik nicht erfasst.

RND/dpa

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