Kurzarbeit in der Corona-Zeit: Fast alle Branchen betroffen

  • Laut Münchner Ifo-Institut sind fast alle Branchen in der Corona-Krise von Kurzarbeit betroffen.
  • Besonders hart trifft es Gastronomie und das Gastgewerbe.
  • Von Kurzarbeit verschont bleiben die Bereiche Abwasser, Energie und Pharmazie.
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München/Nürnberg. Nur wenige Branchen in Deutschland sind nach einer Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts in der Corona-Krise nicht von Kurzarbeit betroffen. Dazu zählten etwa Energieversorger, Abwasserentsorger und Medikamentenhersteller.

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Gastronomie und Hotellerie müssen zurückstecken

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Anwaltskanzleien, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer seien mit drei Prozent der Betriebe von Kurzarbeit kaum betroffen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag als Ergebnis seiner Erhebung mit.

Auch in der Chemie halte sich die Kurzarbeit mit 30 Prozent der Betriebe noch in Grenzen, bei Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln seien es 21 Prozent, im Gesundheitswesen 14 Prozent. Zum Vergleich: In der Gastronomie ist mit 99 Prozent fast jeder Betrieb von Kurzarbeit betroffen, in der Hotellerie sind es 97 Prozent.

Am stärksten von Kurzarbeit betroffene Jobs:

  1. Gastronomie (99 Prozent)
  2. Hersteller von Lederwaren und Schuhen (98 Prozent)
  3. Hotelgewerbe (97 Prozent)
  4. Hersteller von Bekleidung (96 Prozent)
  5. Hersteller von Autos und Autoteilen (94 Prozent)
  6. Luftfahrtbranche (91 Prozent)
  7. Reisebüros und -veranstalter (90 Prozent)
  8. Personalvermittler (83 Prozent)
  9. Künstler- und Kreativberufe (82 Prozent)
  10. Hersteller von Textilien (82 Prozent)

Bayern und Baden-Württemberg besonders betroffen

Bundesweit gebe es große Unterschiede: Am stärksten betroffen seien Bayern mit 54 Prozent und Baden-Württemberg mit 53 Prozent der Unternehmen. Am Ende der Skala liegen die drei mitteldeutschen Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 39 Prozent.

Die am stärksten von Kurzarbeit betroffenen Bundesländer sind Bayern und Baden-Württemberg. © Quelle: ifo Institut

Insgesamt hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bis Ende April 751.000 Unternehmen für 10,1 Millionen Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet – das wäre fast jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass nicht jede Anzeige auch wirklich zu Kurzarbeit führt. In ihrem Negativszenario rechnet die Agentur mit bis zu acht Millionen Kurzarbeitern in der Spitze.

RND/dpa

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