Kreise: Bayer könnte Glyphosat-Streit in den USA beilegen

  • Offenbar könnte der Chemie- und Pharmakonzern Bayer den schon länger anhaltenden Streit um Glyphosat in den USA beenden.
  • Dafür sollen laut Kreisen zehn Milliarden nötig sein.
  • Die Summe stehe aber noch nicht ganz fest.
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New York. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer könnte den Streit um angebliche Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat in den Vereinigten Staaten Kreisen zufolge möglicherweise für zehn Milliarden US-Dollar beilegen. Anwälte einiger Kläger diskutierten mit dem Unternehmen über Vereinbarungen, die zu einer solchen Gesamtsumme führen könnten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Personen mit direkter Kenntnis der Verhandlungen.

In einigen Diskussionen hätten Bayer-Anwälte gesagt, das Unternehmen werde acht Milliarden für die Lösung der aktuellen Fälle beiseite legen und zwei Milliarden für künftige Klagen reservieren. Den Kreisen zufolge steht die Summe aber noch nicht fest. Diese könne sich im Zuge der Gespräche ändern. Laut Agentur wollte sich Bayer zu den Zahlen oder den verhandelten Bedingungen nicht äußern.

An der Börse sorgten die Neuigkeiten dennoch für gute Stimmung. In einer ersten Reaktion legte die Bayer-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um fast sechs Prozent zu im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft.

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Zuletzt hatte der im Rechtskonflikt vermittelnde Mediator Ken Feinberg Bloomberg gesagt, er sei "verhalten optimistisch", dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung zwischen Bayer und den Klägern erzielt werden könne. Zu den Bedingungen eines möglichen Vergleichs wollte der US-Staranwalt, der im Juni als Verhandlungsführer verpflichtet wurde, sich nicht äußern.

Hoffnung auf baldigen Vergleich

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Die ersten drei US-Prozesse wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatz-Urteile kassiert. Der Konzern hat die Schuldsprüche jedoch angefochten und erhielt in einem Berufungsverfahren zuletzt Unterstützung von der US-Regierung, deren Umweltbehörde EPA das umstrittene Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend einstuft.

Die meisten Analysten erwarten, dass sich das Unternehmen über kurz oder lang auf einen milliardenschweren Vergleich mit den zahlreichen Klägern in den USA einigt. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte. Nach dem letzten Prozess im Mai waren alle weiteren geplanten Gerichtsverhandlungen im vergangenen Jahr verschoben worden.

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Die Hoffnung auf einen baldigen Vergleich sowie die indirekte Unterstützung der US-Regierung hatten dem wegen der Glyphosat-Klagen arg gebeutelten Aktienkurs zuletzt Auftrieb verliehen.

Im Falle einer Einigung sehen zahlreiche Analysten - je nach Höhe der Entschädigungssumme an die Kläger - noch deutlich Luft für den Aktienkurs. So schätzte Alistair Campbell vom Investmenthaus Liberum vor einer Woche, dass immer noch eine Belastung von rund 25 Milliarden Euro in den Aktienkurs eingepreist sei, was mehr sein dürfte als Bayer am Ende wohl zahlen wolle und vielleicht werde.

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RND/dpa

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