Konjunktureinbruch durch Corona: Wie schlimm sind andere Länder betroffen?

  • Corona hat die Wirtschaft weltweit betroffen: Betriebe standen still, die Kauflust der Menschen war gedämpft.
  • Deutschland hat einen Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von 9,7 Prozent im zweiten Quartal erlitten.
  • Ein internationaler Vergleich zeigt, wie hart andere Länder getroffen wurden.
Talisa Moser
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Die Coronavirus-Pandemie hat die Wirtschaft weltweit lahmgelegt. Das statistische Bundesamt gab am Dienstag für das deutsche Bruttoinlandsprodukt einen Rückgang im zweiten Quartal um 9,7 Prozent. Das ist weniger als erwartet – in einer ersten Schätzung war von minus 10,1 Prozent ausgegangen worden.

Deutschland hatte zuletzt im Gesamtjahr 2011 so große Verluste in der Wirtschaft erlitten. Nun rechnen Volkswirte aber mit einer Konjunkturerholung in den kommenden Monaten. Doch wie sieht es in den anderen Ländern aus?

Japan

Japans Wirtschaft hat im Zuge der Corona-Krise einen Rekordeinbruch erlitten. Das Bruttoinlandsprodukt der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sank im zweiten Quartal dieses Jahres – auf das Jahr hochgerechnet – um 27,8 Prozent. Der Privatkonsum, der in Japan zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, sank im Vergleich zum Vorquartal um 8,2 Prozent. Der Rückgang der wirtschaftlichen Leistung ist der stärkste, den das Land seit 1980 erlitten hat.

China

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Besonders chinesische Unternehmen wurden von dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen. Zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1992 hatte China im ersten Quartal 2020 ein negatives Wirtschaftswachstum von 6,8 Prozent verzeichnet. Im zweiten Quartal kurbelte China die Wirtschaft jedoch wieder an – und legte inzwischen sogar um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

USA

Die US-Wirtschaft ist während der Corona-Krise so stark eingebrochen wie noch nie. Im zweiten Quartal schrumpfte das BIP auf das Gesamtjahr hochgerechnet um 32,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Schweden

Schweden ist während der Corona-Pandemie einen Sonderweg gegangen. Die wenigen Einschränkungen haben die Wirtschaft am Laufen gehalten. Tatsächlich ist Schwedens Wirtschaft im EU-Vergleich auch am wenigsten von Verlusten betroffen. Im europäischen Durchschnitt sank die Wirtschaftsleistung um 11,9 Prozent – Schweden musste 8,6 Prozent einbüßen.

Spanien

Spanien zählt zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden. Und auch die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal so stark eingebrochen wie noch nie. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Quartalsvergleich um 18,5 Prozent. Der starke Rückgang der spanischen Wirtschaftsleistung ist Experten zufolge unter anderem auf einen Einbruch der Konsumausgaben und der Investitionen zurückzuführen. Vor allem die für Spanien enorm wichtige Tourismusbranche wurde schwer getroffen.

Frankreich

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In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung Frankreichs um 13,8 Prozent. Experten hatten für das zweite Quartal allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch um 15,2 Prozent gerechnet.

Großbritannien

Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise massiv abgestürzt – um rund ein Fünftel. Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging von April bis Juni um 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück, wie die nationale Statistikbehörde ONS mitteilte. Kein anderes großes Industrieland meldete für das zweite Quartal ein so starkes Minus.


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