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Konjunktur in Coronakrisen-Zeiten: Ökonomen rechnen mit gewaltigen Schäden

  • Die Coronavirusepidemie belastet das Wirtschaftsleben auch in Europa immer mehr.
  • Ökonomen rechnen mit einem Konjunktureinbruch - bei dem allerdings niemand genau weiß, wie groß er ausfällt.
  • Erste Schätzungen gehen aber von gewaltigen Schäden aus.
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Frankfurt/Main. Die Konjunktur in Deutschland wird nach Einschätzung von Volkswirten infolge der Coronavirus-Krise in diesem Jahr massiv einbrechen. Doch wie stark, ist unklar - einerseits, weil die Berechnungen kompliziert sind. Und andererseits, weil niemand weiß, wie lange die Einschränkungen für das öffentliche Leben in Kraft bleiben.

Banken erwarten Minus-Wachstum von 4 bis 5 Prozent

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) etwa rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,5 Prozent. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) erwartet für das Gesamtjahr sogar ein Minus um 4 bis 5 Prozent - was mindestens 170 Milliarden Euro Schaden wären.

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Mit der Größenordnung rechnet auch Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Wenn sich die Wirtschaftstätigkeit in Deutschland einen Monat lang halbiert, kostet das aufs Jahr gesehen vier Prozent Wirtschaftswachstum, bei zwei Monaten schon acht Prozent. Das haben wir in Friedenszeiten noch nie erlebt“, sagte er dem Handelsblatt.

2021 könnte die Wirtschaft wieder wachsen

Ab dem dritten Quartal 2020 könnte sich die Konjunktur nach heutiger Einschätzung allmählich wieder erholen, sagte allerdings Stefan Schneider, Deutschland-Chefökonom der Deutschen Bank am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. “Das sind dramatische Zahlen, aber das ist sicherlich nicht der Weltuntergang”, sagte Schneider. Insgesamt funktioniere die deutsche Wirtschaft recht gut. Im Jahr 2021 halten die Ökonomen bereits wieder ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland um gut 2 Prozent für möglich.

Die Virusepidemie belastet die gesamte Weltkonjunktur schwer. Die deutsche Wirtschaft sei über Liefer- und Produktionsketten wie auch über Absatzmärkte betroffen, erklärte das HWWI. Mit der schrumpfenden Wirtschaftsleistung werde auch eine steigende Arbeitslosigkeit einhergehen.

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Wie es weitergeht, ist unklar

Die Prognose steht allerdings unter Vorbehalt: “Die ökonomischen Auswirkungen sind schon wegen des nicht absehbaren Ausmaßes der Epidemie schwer abschätzbar”, heißt es in der Mitteilung der Hamburger Forscher. “Die Gefahr einer längeren und noch ausgeprägteren Rezession, was Tiefe wie Dauer betrifft, ist bei Ausweitung der Pandemie hoch.”

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel forderte angesichts der Krise eine engere Zusammenarbeit in Europa. "Es braucht jetzt europäische Solidarität, auch finanziell. Das ist im Interesse aller Länder Europas", sagte die Ökonomin in einem von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Interview. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession sei "spürbar" gestiegen. "Wir erleben einen sehr schweren ökonomischen Schock", sagte Schnabel.

RND/dpa

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