Kolumne „Chefinnensache“

Schluss mit der Frauenförderung – befördert sie einfach!

Bevor Frauen in die Topetage von Unternehmen aufsteigen, brauchen sie nach Ansicht vieler (Männer) erst diverse Trainings (Symbolbild).

Bevor Frauen in die Topetage von Unternehmen aufsteigen, brauchen sie nach Ansicht vieler (Männer) erst diverse Trainings (Symbolbild).

„Die ist noch nicht so weit“ – wie oft haben wir das über Kandidatinnen für Führungs­positionen gehört. Es klingt immer ein wenig, als ginge es um unreife Tomaten. Aber im Ernst: Der Satz steht für eine problematische Praxis in deutschen Unternehmen.

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Anstatt befördert zu werden, bekommen talentierte Frauen gern erst einmal Förder­maßnahmen: Coaching, Stimmtraining, raumgreifendes Auftreten, männliche Spielregeln, die Palette ist breit. Verantwortliche sichern ihre eigene Unsicherheit angesichts der Beförderung weiblicher Führungskräfte gern durch zusätzliche Schulungen ab.

Was viele noch nicht begriffen haben (auch viele Frauen nicht): Frauen sind gut, so, wie sie sind – auch wenn sie nicht aussehen und sich an manchen Stellen anders verhalten als die meisten Männer. Daran muss man sich einfach gewöhnen, sonst kommen wir nicht weiter.

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Deutschland hat starke Rollenbilder

Frauen sind keine unperfekten Männer, die optimiert werden müssen. Sie sind nur dann „zu leise“, „zu sehr auf Inhalte fixiert“ oder „zu selbstkritisch“, wenn traditionell männliche Verhaltens­weisen das Maß aller Dinge sind.

12.11.2022, Niedersachsen, Braunschweig: Die Schauspielerin Senta Berger spricht bei einer Veranstaltung im Rahmen des Filmfests Braunschweig. Am Abend wird die österreichisch-deutsche Schauspielerin den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis des Festivals, den Europäischen Schauspielpreis "Die Europa", in Empfang nehmen. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Senta Berger: „In jungen Jahren war ich absolut furchtlos“

Senta Berger nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Lampenfieber, Frauenquote oder Begegnungen mit Harvey Weinstein geht. Auf ihr bewegtes Leben hat die Schauspielerin mit Stefan Stosch zurückgeblickt.

Frauen wachsen in Deutschland, wo stereotype Rollenbilder stark sind, anders auf, die Mehrzahl bekommt Kinder, macht andere Erfahrungen und hat daher meist andere Sicht- und Verhaltens­weisen. Und das ist völlig in Ordnung. Das ist sogar wertvoll. Ganz besonders im Zusammenspiel mit Männern.

Wir brauchen mehr Respekt, mehr Wertschätzung für das, was Frauen als Führungskräfte mitbringen. Das ist die Grund­voraussetzung dafür, dass wir einmal deutlich mehr Frauen in verantwortlichen Positionen sehen, denn zurzeit wählen viele angesichts des hohen Anpassungs­drucks andere Wege.

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Traut euch. Befördert Frauen einfach in entscheidende Positionen. Und dann: Haltet es aus, dass sie anders aussehen und sich anders verhalten. Ihre Perspektive ist genauso relevant wie die männliche. Was denn sonst? Genau das ist schließlich der Gewinn bei der Diversität.

Dr. Wiebke Ankersen führt gemeinsam mit Christian Berg die gemeinnützige deutsch-schwedische Allbright-Stiftung, die sich für einen Kulturwandel in den Unternehmen und mehr Frauen in Führungs­positionen einsetzt. Im Wechsel mit anderen Autorinnen schreibt sie die RND-Kolumne „Chefinnensache“ über Gleichstellung, Diversität und den weiblichen Blick auf die Wirtschaft. Alle bisherigen Beiträge finden Sie hier.

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