Klimawandel: Verbände fordern Maßnahmen gegen Wasserknappheit

  • Drei deutsche Verbände wollen, dass der öffentlichen Trinkwasserversorgung mehr Bedeutung zukommt.
  • Privathaushalte, Industrie und Einrichtungen sollten priorisiert bei einer Knappheit an Wasser gelangen können.
  • Um für Dürreperioden gerüstet zu sein, sollten Versorgungsunternehmen in Zukunft höhere Wassermengen erhalten.
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Berlin. Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels fordern die Unternehmen der Wasserwirtschaft, der öffentlichen Trinkwasserversorgung absolute Priorität einzuräumen. Es müsse in jedem Fall rechtlich garantiert sein, dass Haushalte, Industrie und kritische Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser in Hitzeperioden Vorrang bei der Versorgung mit Wasser bekämen, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier, das der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Montag veröffentlicht haben.

Darin fordern die Verbände auch, die Verursacher von Wasserverschmutzung stärker finanziell in die Pflicht zu nehmen. Auch die Bedingungen für Wasserversorger müssten sich aus Sicht von BDEW und Co. ändern. Die Unterzeichner wollen erreichen, dass Versorgungsunternehmen künftig höhere Wassermengen beziehen dürfen, um für Dürreperioden gewappnet zu sein. Pro Jahr müssten sie demnach zehn bis 20 Prozent mehr Rohwasser fördern dürfen, auch die maximalen Tagesmengen müssten je nach Hitzelage nach oben angepasst werden können. Der BDEW teilt auf Anfrage mit, dass der Wasserbedarf an heißen Tagen teilweise 60 Prozent höher sei als gewöhnlich. Regional fallen die zulässigen Fördermengen unterschiedlich aus.

Mehr Sparsamkeit beim Wasserverbrauch

Ein weiteres Hemmnis sehen die Verbände in zu langsamen Genehmigungsverfahren, etwa für neue Leitungssysteme oder die Ausweisung von Wasserschutzgebieten. Hier müsse es deutlich schneller gehen, heißt es in dem Papier. Insgesamt rufen die Verbände zu mehr Sparsamkeit beim Wasserverbrauch auf. Betriebe sollten Wasser in Produktionsprozessen dort wiederverwenden, wo es möglich ist.

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Auch bei der Effizienz in der Landwirtschaft sehen die Verbände noch Luft nach oben. Die Bundesregierung könne hier Abhilfe leisten, indem sie Ansätze von sparsamem Wassergebrauch in der Landwirtschaft fördere. Vor knapp zwei Wochen hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) einen Entwurf für eine nationale Wasserstrategie mit Maßnahmen zur effizienteren Wassernutzung vorgestellt. Die Pläne, die auch millionenschwere Investitionen vorsehen, müsste aber eine künftige Bundesregierung umsetzen.

RND/dpa

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