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Kolumne „Greenformation“

Wo bleibt die Verwaldung der Städte?

WIE LANGE NOCH? Der Eilenriede drohen durch Trockenheit Schäden in noch nicht anzuschätzendem Ausmaß.

Der Stadtwald Eilenriede in Hannover.

Frankfurt am Main. Es gilt, Jahrestage zu feiern, wie sie fallen. Womit wir auch schon mitten im Thema wären. In den vergangenen Jahren sind Hunderttausende Stadtbäume gefallen. Dabei gab es schon vor 40 Jahren auf der Kunstausstellung documenta in Kassel reichlich Wegweisendes zu Bäumen im urbanen Raum. Womit wir beim Jahrestag wären. Joseph Beuys startete seinerzeit die Aktion „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“: 7000 Eichen für Kassel. Sie wurden in den folgenden fünf Jahren nebst einer Basaltstele im Stadtgebiet gepflanzt.

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Allein in München sind wohl mehr als 21.000 Bäume in den vergangenen zehn Jahren verschwunden

7000 Eichen: Das sorgte damals für enorme Aufmerksamkeit. Beuys war beim Pflanzen mit Hut nicht nur in der „Tagesschau“ zu sehen. Auch international war die Resonanz bemerkenswert. Nur an den eigentlichen Adressaten ging das offenbar alles vorbei. Stadtverwaldung? Fehlanzeige. Stattdessen haben die Städte vor allem für Bauprojekte Abholzungen verwaltet. Allein in München sind nach Hochrechnungen von Naturschützerinnen und ‑schützern mehr als 21.000 Bäume in den vergangenen zehn Jahren verschwunden.

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Beuys hat das Projekt als „soziale Plastik“ verstanden. Da ist was dran. Denn der Nutzen der Bäume für die Stadtbewohner ist immens: Sie speichern klimaschädliches CO₂ und reichern die Luft zum Atmen mit Sauerstoff an – eine ausgewachsene Buche deckt den Bedarf von etwa 50 Menschen. Laubbäume schützen vor Lärm, wirken wie grüne Luftfilter, spenden Schatten. Und sind natürliche Klimaanlagen.

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Ein Baum verdunstet bis zu 400 Liter pro Tag

Ein Baum verdunstet bis zu 400 Liter pro Tag und sorgt damit für Kühlung. In den vergangenen Monaten hätten Stadtbewohner so etwas gut gebrauchen können, als unsere Metropolen zu Glutöfen wurden, als Asphalt und Beton sich durch die extrem hohen Temperaturen so stark aufheizten, dass vielfach tief in der Nacht noch Temperaturen von deutlich mehr als 20 Grad zur Normalität wurden.

Dabei hatte doch Beuys den Bürgermeistern schon vor 40 Jahren gezeigt, wie’s geht. Bis hin zur Auswahl der Bäume. Eichen sind robust, ihnen kommen laut Forstexpertinnen und ‑experten die höheren Temperaturen sogar entgegen.

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