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Der Vegetarismus erobert die Grüne Woche – und könnte für Streit sorgen

  • Die 85. Auflage der größten Agrar- und Lebensmittelmesse der Welt öffnet am Freitag ihre Pforten.
  • Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren sind dieses Jahr die Trendthemen.
  • Doch die Veranstalter wissen auch, dass Kontroversen birgt - und hoffen auf zivilisierten Streit.
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Berlin. Die Agrarmesse "Grüne Woche" in Berlin beginnt an diesem Freitag mit einer Rekordbeteiligung. Erwartet werden mehr als 1800 Aussteller aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Bis zum 26. Januar werden rund 400.000 Besucher in den Messehallen am Berliner Funkturm erwartet.

Die Aussteller kommen aus 72 Ländern, Partnerland ist in diesem Jahr Kroatien. Trendthemen sind dieses Jahr Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren. "Nie zuvor stand die Grüne Woche so stark im Zeichen der Klimadebatte", sagte Messechef Christian Göke.

Wichtige Verbraucher-Plattform

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Für alle Aussteller ist die größte Agrar- und Lebensmittelmesse der Welt eine wichtige Plattform, sich und seine Produkte einer großen Öffentlichkeit direkt zu präsentieren. "Sie ist gleichzeitig Trendsetter und Testmarkt mit hunderttausenden Verbrauchern. Dies kommt auch Startups aus der Food- und Agrarszene zugute. Und nicht zuletzt beim Publikum genießt der Markenkern der Grünen Woche – Genuss und Lebensfreude – allerhöchste Priorität", so der Messechef weiter.

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Fleischalternativen - eines der großen Trendthemen

Eines der großen Trend-Themen dieses Jahr werden Fleischalternativen auf Basis von pflanzlichen Proteinen sein. Das Thema beschäftigt inzwischen nicht nur Veganer und Vegetarier, sondern hat den Massenmarkt erreicht - was auch die Hersteller aufgreifen. So kündigte etwa der traditionsreiche Tiefkühlkost-Hersteller Iglo an, künftig Veggie-Burger, vegetarisches Hack sowie fleischfreie Schnitzel auf den Markt zu bringen.

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Spätestens seit in Deutschlands Familien die Teenager, sensibilisiert durch Bewegungen wie "Fridays for Future", den häuslichen Essensplan infrage stellen, beschäftigen sich immer mehr Haushalte mit den neuen Lebensmitteln – und das in einem Land, in dem zuletzt durchschnittlich pro Jahr noch rund 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf konsumiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt dagegen deutlich weniger und hält durchschnittlich rund 25 Kilogramm für ausreichend.

Grüne Woche soll Raum für Diskussionen bieten

Das sorgt schon länger für Kritik. Erst jüngst hatte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Verbraucher aufgerufen, für Fleisch etwas mehr Geld auszugeben - und angeregt, vielleicht auf das ein oder andere Schnitzel zu verzichten. Solchen Diskussionen will die Grüne Woche Raum geben: „Wir sind Zentrum der gesellschaftlichen Diskussion“, sagte Göke. Es sei richtig, die Debatte um das Klima auf der Grünen Woche zu führen.

Doch nicht nur Streit, auch Genuss soll die Grüne Woche bieten: Ungebrochen hoch im Kurs beim Verbraucher stehen regionale Spezialitäten. Die Herkunft der Lebensmittel spielt für den Konsumenten bei der Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle. Nahrungs- und Genussmittel aus allen Kontinenten sowie aus Deutschlands Regionen füllen rund zwei Drittel der Ausstellungsfläche der Grünen Woche 2020, heißt es seitens der Messe.

Das jüngste Mitgliedsland der EU stellt die Spitzenprodukte seiner Land- und Ernährungswirtschaft unter dem Slogan „Die Kultur der Agrikultur“ vor. Besucher dürfen sich in Halle 10.2 auf das gastronomische Angebot aus den Regionen Istrien, Slawonien, Dalmatien und Zentralkroatien freuen. © Quelle: Messe Berlin - Volkmar Otto/Mess

RND/dpa


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