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„Kindische Wutausbrüche“: Das sagt Siemens-Boss Kaeser über Greta Thunberg

  • Siemens-Chef Joe Kaeser hat sich deutlich zu Fridays for Future und zur jüngsten Rede von Greta Thunberg geäußert.
  • Er begrüßte das Engagement der Klimaschützer – auch wenn er ihre Methoden für falsch hält.
  • Statt „kindischer Wutreden“ wünscht sich Kaeser Klimaschutz, der auch die Wirtschaft ernst nimmt.
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Siemens-Chef Joe Kaeser hat sich deutlich zu Fridays for Future und zur jüngsten Rede von Greta Thunberg geäußert. Der Konzernlenker unterstützt zwar die Ziele der Klimaschützer. Doch ihre Strategie hält er für falsch. „Kindische Wutausbrüche werden die notwendige Transformation nicht herbeiführen“, schreibt Kaeser in einem Blogpost – und betont zugleich, dass Klimaschutz unbedingt notwendig sei.

„Es stimmt, die globalen Durchschnittstemperaturen steigen ebenso wie die Meeresspiegel“, betont Kaeser, der bei Siemens vermutlich im nächsten Jahr abtreten wird und sich zuletzt mehrfach in öffentliche Debatten einmischte. Kaeser hält die Aktionen der Klimaschützer für sinnvoll. „Aktivisten und Aktivistinnen wie Greta Thunberg mobilisieren junge Menschen und fördern so das Bewusstsein für Klimaschutz.“

Und trotzdem geht er auf Distanz zu Thunberg. Denn er hält Methoden wie Wutreden und Proteste für nicht zielführend. „Das wird keine unmittelbaren Veränderungen herbeiführen“, meint Kaeser angesichts von Thunbergs jüngster Rede bei den Vereinten Nationen. „Eine Diagnose allein heilt keinen Patienten.“

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Kein Klimaschutz ohne funktionierende Wirtschaft

Stattdessen gehe es nun um die richtigen Maßnahmen – wofür es eine stabile und verantwortungsbewusste Wirtschaft brauche. „Wer soll denn sonst für den Umbau der globalen Energieversorgung zahlen?“, fragt Kaeser. Er warnt deshalb vor kurzfristigem Klimapopulismus, der „das funktionierende Wirtschaftssystem“ beschädigt. Wenn das passiere, würden Millionen Menschen in die Armut abrutschen, fürchtet Kaeser – und warnt vor Gegenreaktionen der Betroffenen: „Die werden sich nicht einfach zurücklehnen und das akzeptieren.“

Die „Behandlung des Patienten Erde“ müsse deshalb sowohl ökologisch nachhaltig als auch ökonomisch vertretbar und sozial akzeptiert sein, so Kaeser. Gerade Letzteres sei allerdings ein kluger Aspekt dessen, was Fridays for Future fordert – im Hinblick auf die Situation in ärmeren Ländern. „Die reichen Industrienationen verdanken ihren Reichtum zum Teil dem exzessiven Verbrauch natürlicher Ressourcen.“ Sie seien deshalb wenig glaubwürdig, wenn sie ärmere Länder aufforderten, um des Klimaschutzes willen einen anderen Weg einzuschlagen. Er fordert deshalb, die Kosten des Klimaschutzes „fair“ zwischen den Ländern aufzuteilen – womit er sich den Positionen von Fridays for Future annähert.

Siemens profitiert vom Klimaschutz

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Zugleich betont er, dass Klimaschutz gelingen könne – was er auch am Beispiel Siemens festmacht. Sein Unternehmen habe seinen CO₂-Ausstoß bereits um 33 Prozent reduziert, auch nutze Siemens zu 90 Prozent Ökostrom und investiere 100 Millionen Euro in Energieeffizienz. Das reduziere auch die Stromkosten, weshalb der Klimaschutz für Siemens auch wirtschaftlich sei. „Unser Versprechen, den CO₂-Ausstoß auf null zu reduzieren, ist also nicht nur gut für die Umwelt, es ist auch gut für das Unternehmen“, fasst Kaeser zusammen.

Zumal Siemens auch gut daran verdiene, CO₂-sparende Technologien zu verkaufen. „Durch unsere Produkte und Lösungen konnten Kunden ihren CO₂-Ausstoß um insgesamt 609 Millionen Tonnen reduzieren.“ Kaeser zufolge sind das etwa drei Viertel dessen, was Deutschland jährlich an Treibhausgasen ausstößt.

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