Kinderzuschlag 2020 für doppelt so viele Familien

  • Der Staat versucht mit Leistungen wie Kindergeld oder Freibeträgen, Familien zu unterstützen.
  • Im Jahr 2019 ist die Zahl der Anträge stark gestiegen.
  • Ab 2020 können nun doppelt so viele Empfänger von dem Kinderzuschlag profitieren.
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Berlin. Deutlich mehr Familien werden nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey im neuen Jahr vom sogenannten Kinderzuschlag profitieren. Die SPD-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie gehe davon aus, dass 750 000 Kinder erreicht würden. "Das wäre mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu heute", sagte Giffey.

Durch gesetzliche Neuregelungen, die im Rahmen des sogenannten Starke-Familien-Gesetzes zum 1. Januar in Kraft treten, verbreitert sich die Basis der Empfänger. Die bisher harte, oberere Einkommensgrenze wird abgeschafft und durch ein gleitendes Berechnungsmodell ersetzt. Das hat zur Folge, dass eine Familie, die nach der alten Rechnung vielleicht knapp über der Einkommenshöchstgrenze gelegen und nichts mehr bekommen hätte, nun doch noch kinderzuschlagsberechtigt ist. Die Leistung läuft künftig mit steigendem Einkommen langsam aus.

Zahl der Anträge ist stark gestiegen

"Es geht dabei um Eltern, die jeden Tag aufstehen und arbeiten gehen, aber deren Einkommen trotzdem nicht reicht, um mit der Familie über die Runden zu kommen. Der Antrag lohnt sich für sehr viele Eltern, gerade für die, die bisher in verdeckter Armut leben", sagte Giffey. Die Zahl der Anträge sei bereits in den vergangenen Monaten um 50 000 angestiegen, nachdem die erste Stufe des Starke-Familien-Gesetzes in Kraft getreten sei.

Im Sommer war der Kinderzuschlag erhöht worden. Zudem gilt seitdem: Wer die Leistung erhält, ist automatisch auch von Kita-Gebühren befreit und hat Anspruch auf sogenannte Bildungs- und Teilhabeleistungen, also auf kostenloses Mittagessen in der Kita oder Schule und auf Zuschüsse für Klassenausflüge, Musikschule oder Mitgliedsbeiträge für den Sportverein.

Antrag bald auch online

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Den Kinderzuschlag sollen Eltern nach Angaben Giffeys ab dem Frühjahr auch online beantragen können. Auch das wird die Antragszahlen wahrscheinlich noch einmal erhöhen. Zuständig für die Leistung sind - wie auch beim Kindergeld - die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit. Dort muss der Antrag auf Kinderzuschlag gestellt werden. Man wolle es den Eltern so einfach wie möglich machen. "Es ist wichtig, dass diejenigen, die Anspruch haben, von der Leistung erfahren und sie auch nutzen können."

Giffey hatte das Gesetz "Starke-Familien-Gesetz" getauft und das mit einer besseren Verständlichkeit begründet. Im Original heißt es "Gesetz zur zielgenauen Stärkung von Familien und ihren Kindern durch die Neugestaltung des Kinderzuschlags und die Verbesserung der Leistungen für Bildung und Teilhabe".

RND/dpa

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