Kinderkrankentage sollen nochmals erhöht werden

  • Die Bundesregierung will die Zahl der Kinderkrankentage für 2021 auf 30 pro Elternteil und Kind anheben. So steht es in der Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die kommende Woche beschlossen werden soll.
  • Seit vergangenem Jahr dürfen auch Eltern von Kindern unter zwölf Jahren, die pandemiebedingt nicht in die Kindertagesstätte oder in die Schule gehen können, Kinderkrankentage nehmen.
  • Wie die Barmer-Krankenkasse berichtet, nutzen immer mehr Eltern diese Möglichkeit.
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Die Bundesregierung will mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes zahlreiche Neuerungen beschließen. Dazu gehört auch eine Erhöhung der Kinderkrankentage. Für 2021 sollen demnach jedem gesetzlich versicherten Elternteil insgesamt 30 Kinderkrankentage zur Verfügung stehen. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch auf 60 Tage. Das Gesetz soll nächste Woche verabschiedet werden.

Die Kinderkrankentage wurden pandemiebedingt bereits von ursprünglich zehn pro Elternteil und Kind auf 20 pro Elternteil und Kind angehoben. Elternpaare oder Alleinerziehende mit zwei Kindern haben bisher Anspruch auf maximal 80 Kinderkrankentage. Bei weiteren Kindern erhöht sich der Anspruch noch einmal um zehn Tage auf dann maximal 90 Tage – egal, wie viele Kinder in der Familie leben.

Auch Eltern im Homeoffice haben Anspruch

Außerdem wurden die Voraussetzungen angepasst. Demnach dürfen nicht nur Eltern, deren Kinder krank sind und deshalb zu Hause betreut werden müssen, sondern auch Eltern von Kindern unter zwölf Jahren, die pandemiebedingt nicht in die Kindertagesstätte oder in die Schule gehen können, Kinderkrankentage nehmen. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung heißt es außerdem ausdrücklich: „Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob die geschuldete Arbeitsleistung nicht auch grundsätzlich im Homeoffice erbracht werden kann.“

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Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des Nettolohns und wird von der Krankenkasse ausgezahlt, die Höchstgrenze liegt allerdings bei 112,88 Euro pro Tag.

Giffey und Scholz hatten sich für Erhöhung eingesetzt

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Die Erhöhung der Kinderkrankentage war vorher von verschiedenen Politikern gefordert worden. So hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) gesagt, es zeichne sich ab, dass sich wieder mehr Eltern zu Hause um ihre Kinder kümmern müssten, weil Kitas teilweise geschlossen würden oder in den Notbetrieb gingen. „Deshalb bin ich dafür, die Kinderkrankentage 2021 noch einmal auszuweiten. Ich setze mich beim Bundesgesundheitsministerium dafür ein.“ Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen.

Eltern nutzen Möglichkeit verstärkt

Wie die Krankenkasse Barmer auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mitteilt, haben Eltern im ersten Quartal 2021 mehr Kinderkrankentage genommen als in den beiden Vorjahren. „Insgesamt verzeichnen wir bei den Tagen für Kinderkrankengeld 2021 in den Monaten Januar, Februar und März bundesweit einen Anstieg“, sagte Barmer-Pressesprecher Daniel Freudenreich. Zwar sei die Zahl der rein krankheitsbedingten Kinderkrankengeldtage zurückgegangen. Dafür sei die Zahl der pandemiebedingten Kinderkrankentage gestiegen.

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Derzeit sind laut Barmer noch zehntausende Anträge offen, weil zum Beispiel die Gehaltsbescheinigung noch nicht an die Krankenkasse übermittelt wurde. Deshalb ist zu erwarten, dass vor allem im März die Zahl der genommenen Kinderkrankentage noch deutlich steigen wird.

Dass die Zahl der krankheitsbedingten Kinderkrankengeldtage zurückgegangen ist, führt Freudenreich auf mehrere Gründe zurück. So senkten die Schutzmaßnahmen während der Pandemie offensichtlich das allgemeine Infektionsrisiko, auch für Kinder. „Die Einhaltung der AHA-Regeln und die deutliche Reduzierung der sozialen Kontakte sind hier zu nennen. Ebenso tragen geschlossene Kitas und Schulen zu einer Senkung des Ansteckungsrisikos bei“, so Freudenreich.

RND

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