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KI in der Arbeitswelt: eine Revolution, die viele Beschäftigte gar nicht bemerken

  • In der Arbeitswelt hat künstliche Intelligenz längst Einzug gehalten – oft ohne, dass es Beschäftigte merken.
  • Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des DIW, der zufolge Beschäftigte häufig unbewusst KI-basierte Systeme nutzen.
  • Dabei spricht einiges dafür, sich als Arbeitnehmer aktiv mit der neuen Technologie zu beschäftigen, finden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
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Berlin. Gnadenlose Roboter in der „Matrix“, das renitente Elektronengehirn Hal 9000 in „Odyssee im Weltraum“ oder die fast menschengleiche Ava in „Ex Machina“ – seit Jahrzehnten beschäftigt sich die Popkultur mit der Frage, wie künstliche Intelligenz (KI) die Geschicke der Menschheit verändern könnte. Doch womöglich täuschen die drastischen Darstellungen darüber hinweg, dass KI-Nutzung längst im Alltag und besonders in der Arbeitswelt angekommen ist: Wie Forscher und Forscherinnen am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) festgestellt haben, merken viele Erwerbstätige gar nicht, dass sie schon häufig mit KI-Systemen zu tun haben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine frappierende Diskrepanz festgestellt: Gerade einmal 20 Prozent der Befragten des jährlich erhobenen SOEP-Panels gaben in der Vergangenheit an, am Arbeitsplatz KI zu nutzen. Fragt man Erwerbstätige hingegen nach der Nutzung von Systemen etwa zur Sprach-, Bild- oder Texterkennung, haben damit schon 45 Prozent Erfahrung – dabei fußen jene Systeme allesamt auf künstlicher Intelligenz.

KI meint mehr als nur intelligente Roboter

„Viele Menschen denken beim Begriff KI an intelligente Roboter in einer fernen Zukunft – dabei sind bereits jetzt in vielen Betrieben KI-Systeme im Einsatz, die Erwerbstätigen Aufgaben abnehmen“, sagt deshalb Studienautor Oliver Giering von der TU Berlin. Und auch Co-Autorin Alexandra Fedorets (DIW) betont: „Es findet längst Zusammenarbeit zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz statt.“

Dabei geht es aus Sicht des Forscherteams weniger um Maschinen mit eigenem Bewusstsein als vielmehr um sogenannte schwache KI: Software und Algorithmen, die bei der Interaktion mit Menschen dazulernen. „Ein Paradebeispiel sind Buchhalter: Die haben früher Rechnungen entgegen­genommen, sie eingetragen und die Bezahlung organisiert“, schildert Fedorets. Heute könne sich eine KI um die Verifikation kümmern und kleinere Rechnungen automatisch begleichen.

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Keine Angst um Arbeitsplätze

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„Der Buchhalter muss sich aber weiterhin um die komplexen Entscheidungen, etwa die langfristige Finanzplanung, kümmern“, betont die Technologie­expertin. Dass Menschen dank ihrer künstlichen Kollegen in die Arbeitslosigkeit stürzen, ist aus ihrer Sicht ein überschaubares Risiko: „In der Vergangenheit hat technologischer Fortschritt nie zu massiver Arbeitslosigkeit geführt“, sagt Fedorets.

Mehr Kopfzerbrechen bereitet ihr, dass entlang der jüngsten Studie offenbar kaum Bewusstsein für den Umgang mit künstlicher Intelligenz besteht. Ein Risiko, weil Beschäftigte so wirklich den Anschluss an die neuen Technologien verpassen könnten. „Der Mensch muss lernen, wie man mit KI kooperiert und wie man selbst davon profitiert“, findet Fedorets.

Lernen, mit der KI zu kooperieren

Konkret bedeutet das, etwaige Schwächen genutzter Software zu erkennen: Wann patzt die Bilderkennungs­software besonders häufig? Wann gerät die Spracherkennung an Grenzen? Und unter welchen Suchbegriffen liefert das KI-basierte Assistenzsystem hilfreiches Wissen? „Es ist zentral zu verstehen, was die Technologie kann und was ihre Fallstricke sind“, betont Fedorets.

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Was genau gefragt ist, unterscheidet sich ihr zufolge von Beruf zu Beruf. „Wichtig ist, dass Beschäftigte eine gewisse Neugier auf die Möglichkeiten mitbringen. Und auch das lebenslange Lernen wird noch wichtiger“, sagt die Forscherin. Die Voraussetzung dafür ist freilich, dass man sich überhaupt aktiv mit den neuen Möglichkeiten und ihren Grenzen beschäftigt.

Es geht auch um Mitbestimmung

Aus Sicht des DIW-Teams ist dafür aber auch die Politik gefragt: Wenn längst künstliche Intelligenz in Unternehmen eingesetzt wird, geht das oft mit Diskussionen zwischen Beschäftigten und Führungskräften einher. Bei denen haben Beschäftigte schlechte Karten, wenn sie KI nicht verstehen, warnt Stefan Kirchner, ebenfalls einer der Autoren der Untersuchung.

„Damit Menschen die Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz mitgestalten können, sollten Unternehmen und die Politik gezielt Weiterbildungen fördern, die den kompetenten Umgang mit KI stärken“, fordert der Digitalisierungs­fachmann von der TU Berlin deshalb.

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