Keime in ja!-Frikadellen: Weitere Kontrollen bei Fleischfirma

  • Nach dem Rückruf von Fertigfrikadellen am Wochenende stehen erneut Betriebe von Fleischfirmen still.
  • Dieses Mal ist Fleisch-Krone-Feinkost betroffen, das Unternehmen beliefert unter anderem Rewe und Norma.
  • Derweil bestätigten Forscher einen weitere Listerien-Ausbruch mit tödlichen Folgen.
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Nach Bekanntwerden eines Listerien-Verdachts in Fertigfrikadellen steht die Produktion in der betroffenen Fleischfirma in Goldenstedt im Kreis Vechta still. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen ordnete das Ruhen der Zulassung für den betroffenen Betrieb an. Dort wurden Listerien nachgewiesen. Noch ist unklar, wie die Erreger in den Betrieb gelangt sind.

In Niedersachsen hatte die Firma Fleisch-Krone-Feinkost GmbH am Freitagabend abgepackte Fertigfrikadellen zurückgerufen, die an Supermärkte von Rewe und Norma geliefert wurden. Vom Verzehr der Produkte werde dringend abgeraten, hieß es. Um wie viele Packungen genau es sich handelt, konnte ein Vertreter der Firma auch am Sonntag nicht sagen. Am Montagvormittag sind außerdem Mitarbeiter des Landkreises für Kontrollen an den Unternehmenssitz im oldenburgischen Essen gefahren, sagte ein Sprecher des Kreises Cloppenburg. Erste Ergebnisse sollen gegen Mittag veröffentlicht werden.

Bislang gibt sich Fleisch-Krone transparent: Der Gesamtbetriebsleiter für Produktion der Firma Fleisch-Krone-Feinkost GmbH, Thomas Rolf, sagte: „Wir haben am Freitag gemeinsam entschieden, die Produktion dort einzustellen, bis klar ist, über welchen Weg die Listerien in den Betrieb gelangt sind.“ Dabei werde eng mit den Behörden zusammengearbeitet.

Erneut Listerien-Fall bekanntgemacht

Bei den zurückgerufenen Produkten handelt es sich um „ja! Frikadellenbällchen“. Außerdem betroffen sind die Artikel „Gut Bartenhof Frikadelle Klassik“ und „Gut Bartenhof Frikadellenbällchen“. Bei allen gebe es einen Verdacht auf Listerien – jene Bakterien, die jüngst in Wurstwaren aus Hessen gefunden wurden und für mehrere Todesfälle verantwortlich sein sollen.

Gänzlich neu ist die Thematik in Deutschland aber nicht. Die Zahl der Fälle an invasiver Listeriose schwankt nach Angaben des Robert Koch-Instituts und lag zwischen 2005 und 2014 bei mehreren Hundert Fällen jährlich. Im Durchschnitt enden sieben Prozent der Erkrankungen tödlich.

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Am Wochenende wurde außerdem ein weiterer Listeriose-Ausbruch bekannt. Seit 2017 sind bei diesem in Deutschland insgesamt 15 Menschen erkrankt und zwei davon gestorben. Das teilte das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium mit Verweis auf einen nicht-öffentlichen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) mit. Allein in den vergangenen drei Monaten seien dem RKI zufolge vier Neuerkrankungen nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldet worden.