Kehrtwende bei der Bahn: Die neuen ICEs sollen jetzt doch schneller fahren

  • Der ICE4 ist der modernste Schnellzug der Deutschen Bahn - und doch deutlich langsamer als seine Vorgänger.
  • Die Bahn will das jetzt ändern, die Höchstgeschwindigkeit soll um knapp 20 km/h steigen.
  • Dabei hatte die Bahn lange argumentiert, höhere Geschwindigkeiten seien in Deutschland gar nicht nötig.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Für mehr Pünktlichkeit sollen die neuen ICE4-Züge der Deutschen Bahn künftig schneller unterwegs sein. "Die Höchstgeschwindigkeit wird von derzeit 249 auf 265 Kilometer pro Stunde gesteigert", kündigte Vorstandsmitglied Berthold Huber in der "Westfalenpost" (Dienstag) an. Der Zug könne dann aus dem Bahnhof heraus schneller beschleunigen. "Das bringt zusätzliche Reserven im Fahrplan."

Der neue Vorzeigezug ist langsamer als die älteren ICE, die mit bis zu 300 beziehungsweise 320 Stundenkilometern unterwegs sind. Vor 30 Jahren stellte ein ICE gar einen - mittlerweile gebrochenen - Weltrekord auf: 406 km/h wurden damals bei einem Schnellzug der Bahn zwischen Würzburg und Fulda gemessen. Eine Dimension, die Chinas Staatsbahnen auf ihrem Netz demnächst im normalen Betrieb erreichen wollen.

Deutsche Bahn wollte lieber langsam fahren

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Von derartigen Ambitionen hat sich die Deutsche Bahn hingegen längst verabschiedet. Weil hohe Geschwindigkeiten nur auf wenigen Stellen im Netz möglich sind und Züge dafür deutlich mehr Energie brauchen, hatte sich die Bahn bei der neuesten Generation für weniger Tempo entschieden.

Anzeige

Das Bundesunternehmen erwartet, dass die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr dieses Jahr von 150 Millionen auf 157 Millionen steigt, etwa weil die Fahrpreise gesunken sind. Für März ist nach Hubers Worten eine weitere Rabattaktion geplant: Auf bestimmten Strecken und zu ausgewählten Zeiten soll es Fahrkarten ab 12,90 Euro geben.

Neue Intercitys sollen bald unterwegs sein

Anzeige

Die Software-Probleme bei neuen Doppelstock-Intercitys von Bombardier sind nach Hubers Worten bald behoben. Die Bahn hatte vor vier Wochen die Abnahme der 25 Züge gestoppt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Züge von diesem Hersteller im zweiten Quartal wieder abnehmen können", sagte Huber. "Zudem wird dann auch in den bereits fahrenden Zügen die Software erneuert."

RND/dpa/hö

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen