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  • IWF “historischer Entscheidung”: Milliarden-Hilfe für ärmere Länder - Corona-Pandemie hat Liquidität zerstört

Der IWF stellt Geld bereit wie noch nie

  • Die Corona-Pandemie zwingt den Internationalen Währungsfond zu einer “historischer Entscheidung”.
  • Hunderte Milliarden sollen die Liquidität sichern.
  • Die ärmsten Länder sind dabei im Fokus.
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Hannover. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Hunderte Milliarden Dollar für die Bekämpfung der Corona-Folgen bereit. Vor allem den ärmsten Ländern soll damit geholfen werden, denn ihnen bereitet die Pandemie Probleme, die Industriestaaten in der Regel nicht haben: Die Hilfen im eigenen Land lassen die Währungsreserven schmelzen, es fehlt an Liquidität.

Sogenannte Sonderziehungsrechte im Umfang von insgesamt 650 Milliarden Dollar sollen Abhilfe schaffen.

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“Das ist eine historische Entscheidung”, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa in Washington. Es sei die größte Aktion dieser Art in der Geschichte des Währungsfonds und eine “Infusion für die Weltwirtschaft in einer nie dagewesenen Krise”. Entwicklungsorganisationen haben seit Monaten ein Programm dieser Größenordnung gefordert. Es werde Vertrauen schaffen und die Stabilität der Weltwirtschaft fördern, sagte Georgiewa.

Reiche Staaten sollen Rechte abtreten

Der IWF will mit der Finanzspritze vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern zur Überwindung der Corona-Krise zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen - ohne deren Verschuldung zu erhöhen. Die Ziehungsrechte stehen allen Mitgliedern gemäß ihrem IWF-Anteil zu. So entfallen von der Gesamtsumme rund 275 Milliarden Dollar auf Schwellen- und Entwicklungsländer. Große IWF-Mitglieder wie die USA, denen gut 15 Prozent zustehen, können ihr Ziehungsrecht an ärmere Staaten abtreten.

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Das Instrument ist zum Beispiel interessant für Staaten, die in Zahlungsbilanzkrisen stecken oder die sich auf dem internationalen Kapitalmarkt nur zu sehr hohen Kosten verschulden könnten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich bereits bei einem Corona-Hilfsgipfel für Afrika im Mai in Paris dafür stark gemacht, dass die reichsten Länder ihre Sonderziehungsrechte an die ärmsten Länder, insbesondere in Afrika, umverteilen.

Ziehungsrechte halfen nach der Finanzkrise

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Die Sonderziehungsrechte wurden in den Siebzigerjahren als eine Art Reservewährung zur Verwendung zwischen den IWF-Mitgliedsstaaten eingeführt. Sie waren damals unter anderem eine Folge der schwindenden Bedeutung von Gold als Währungsabsicherung. Genutzt wurde das Konstrukt unter anderem in der Finanzkrise nach 2008, um die internationale Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Technisch geht es nicht um eine Währung, aber die Ziehungsrechte haben einen schwankenden Dollarwert und können zwischen den Staaten gehandelt werden. Es handelt sich auch nicht um Kredite, die die Verschuldung der Staaten hochtreiben würden. Die Ziehungsrechte sollen vor allem Liquidität in verschiedenen Währungen sichern und verbleiben innerhalb des Staatenverbunds.

Schulden bleiben, wie sie sind

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Grundsätzlich sei die Aktion des IWF zu begrüßen, sagte Jürgen Kaiser vom Entschuldungsbündnis Erlassjahr.de. “Das ist eine enorme Größenordnung für den IWF.” Mit dem Geld könne in den ärmsten Ländern Wirtschaftswachstum finanziert werden, um aus der Corona-Krise herauszukommen. Es ändere sich dadurch allerdings nichts an der vorher schon prekären Lage vieler Staaten. Letztlich bräuchten sie dennoch einen Schuldenerlass.

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