Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Hohe Inflationsrate

Wie Sparer ihr Vermögen jetzt schützen können

Eine Einkaufskiste mit Lebensmitteln steht auf einem Küchentisch in Leipzig, während eine Frau Euro-Banknoten in den Händen hält. (Symbolbild)

Frankfurt/Düsseldorf. Über sieben Prozent: So hoch ist derzeit die Inflationsrate in Deutschland. Preiserhöhungen auf breiter Front reduzieren die Kaufkraft des Geldes.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Europäische Zentralbank (EZB) will da entgegensteuern. Nach mehr als einem Jahrzehnt hat sie die Zinswende eingeleitet. So verkündete am 21. Juli die EZB-Präsidentin Christine Lagarde, den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen - mehr als erwartet. Zugleich kündigte sie weitere Erhöhungen der Leitzinsen an.

Inflationsrate hängt von vielen Faktoren ab

Wie sich die Inflationsrate entwickelt, kann noch niemand sagen. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab - etwa wie die EZB nun weiter vorgeht. Aber auch, ob es eine Lohn-Preis-Spirale gibt. Oder wie lange der Krieg in der Ukraine dauert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Inflation im Juli auf 7,5 Prozent gesunken

Die Inflation in Deutschland liegt weiter deutlich über der Sieben-Prozent-Marke. Der Preisauftrieb verliert aber den zweiten Monat in Folge etwas an Tempo.

Die EZB-Entscheidung läutet die Zinswende und den Abschied von Nullzinsen für Sparer ein. Doch vorerst geht die Teuerung noch weiter. Die Situation ist für Verbraucher - und nicht zuletzt für Sparerinnen und Sparer schwierig. Denn die Inflation führt auch ein Stück weit zu einer Entwertung der Ersparnisse.

Wie können Anleger ihr Vermögen also vor der Inflation schützen?

„Standardlösungen gibt es nicht“, so Wirtschaftsprofessor Michael Heuser vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall an.

Er rechnet damit, dass die Inflationsrate noch über Jahre hinweg über den Zinsen liegen wird. In der Folge schrumpft die Kaufkraft - und damit das Vermögen auf Sparkonten und in anderen eher renditeschwachen Finanzprodukten massiv.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Aber mit klugen Entscheidungen auf Basis kompetenter Beratung von unabhängiger Seite lässt sich das ein Stück weit auffangen“, erklärt Heuser. Wie können Sparer also gegensteuern?

Sollte man jetzt das Vermögen umschichten?

Es gibt Wege, wie Sparer mit dieser Herausforderung umgehen können: „Eine Möglichkeit ist zu schauen, ob und wie Umschichtungen sinnvoll und möglich sind“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW. Dabei sollte man Kosten im Blick behalten.

Denkbar ist etwa, dass Sparer ihr Vermögen vom klassischen Sparbuch oder Festgeldkonto in einen ETF umschichten. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds - also an der Börse gehandelte Fonds.

Was für ETFs spricht: Sie sind kostengünstig. Denn sie bilden einen Index nach. Einen Fondsmanager, der das Produkt aktiv managt und für seine Dienste bezahlt werden muss, ist also nicht nötig.

Zudem versprechen ETFs eine gewisse Sicherheit. Zwar unterliegen auch sie Kursschwankungen. Allerdings gehören sie - wie herkömmliche Investmentfonds auch - rechtlich zum Sondervermögen. Das heißt, im Falle einer Insolvenz sind die ETF-Anteile nicht betroffen. Das Geld der Anleger ist bei der Pleite einer Fondsgesellschaft also sicher.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Hauptstadt-Radar

Persönliche Eindrücke und Hintergründe aus dem Regierungsviertel. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Geldanlage-Strategie sollte breit aufgestellt werden

Überlegen Sparer ihr Vermögen umzuschichten, sollten sie jedoch nicht alles auf eine Karte setzen. „Sonst wäre man davon abhängig, dass genau diese eine spezielle Geldanlage gut läuft“, warnt Scherfling.

Wer beispielsweise all sein Geld in eine Immobilie steckt, um diese als Kapitalanlage zu vermieten, geht ein hohes Risiko ein. Das Investment kann beispielsweise scheitern, wenn ein Vermieter dann statt an einen zuverlässig zahlenden Mieter an einen Mietnomaden gerät. Gleiches gilt, wenn die Immobilie große Mängel hat, und man unerwartet ständig Geld nachschießen muss, um diese zu beheben.

Besser ist es daher, sein Vermögen über verschiedene Anlageklassen zu streuen. „Damit reduziert man ein Stück weit systematisch das Risiko“, so Scherfling.

Denkbar für das eigene Portfolio ist eine Mischung aus einlagegesicherten Produkten - etwa ETFs oder herkömmlichen Investmentfonds - und Sachwerten wie einer Immobilie.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Gold dem Portfolio beimischen

Ebenfalls denkbar ist, Gold dem Portfolio beizumischen. Allerdings sollte Anlegern dabei eines klar sein: Der Kurs von Gold hat sich in den vergangenen Jahren zwar meist gut entwickelt, er kann aber erheblichen Schwankungen unterliegen.

„Auch wenn Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, kann nach einer alten Faustregel eine Beimischung von um die zehn Prozent ratsam sein“, erklärt Heuser.

Zudem empfiehlt Heuser, auch in Zeiten einer hohen Inflation weiter einen Notgroschen beiseite zu legen. „Am besten liegt dieser Betrag etwa in Höhe von drei Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto.“

Auf keinen Fall unnötige Risiken eingehen

Was Sparer im Zuge einer Umschichtung nicht tun sollten: „Keinesfalls ältere Lebensversicherungen kündigen“, sagt Heuser. Denn ältere Policen seien meist immer noch vergleichsweise gut verzinst.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Vorsicht ist auch angesagt bei riskanten Finanzprodukten - etwa Unternehmensbeteiligungen. Sie stellen scheinbar attraktive Renditen in Aussicht. Anleger gehen dabei ein deutlich höheres Risiko ein, warnt Scherfling. Unter Umständen ist sogar ein Totalverlust möglich.

Daneben locken Anlagemöglichkeiten, die aus Sicht von Verbraucherschützern mehr in den Bereich Spekulation fallen, als in den Bereich strategische Geldanlage - beispielsweise Kryptowährungen.

Scherfling warnt: „Anlegerinnen und Anleger sollten immer schauen, dass sie bei der Suche nach einer Nettorendite, die zumindest ausreicht, um die Inflation auszugleichen, nicht bei Produkten landen, wo das eingesetzte Geld am Ende verloren sein kann.“

Daher sollte man sich nicht von hohen Renditeversprechen blenden lassen und auf die Schnelle investieren, sondern immer ausreichend Zeit nehmen und verschiedene Angebote miteinander vergleichen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.