Industrieproduktion in Deutschland erleidet massiven Einbruch

  • Die deutsche Industrie muss massive Einbrüche hinnehmen.
  • Im Jahresvergleich ist die Gesamtfertigung auch wegen der Corona-Krise im April um ein Viertel gesunken.
  • Auch in den kommenden Monaten rechnet die deutsche Industrie mit einem Produktionsrückgang.
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Wiesbaden. In der deutschen Industrie hat sich der Einbruch der Produktion wegen der Corona-Krise im April deutlich verstärkt. Die Fertigung im Produzierenden Gewerbe sei im Monatsvergleich um 17,9 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Der Rückgang fiel stärker aus als befürchtet. Analysten hatten im Schnitt einen Einbruch um 16,5 Prozent erwartet.

Nachdem die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im März eingeführt worden waren, hatten die Industriebetriebe im gesamten April mit den drastischen Einschränkungen zu kämpfen. Für den März meldete das Bundesamt daher nur einen Rückgang der Produktion im Monatsvergleich um revidiert 8,9 Prozent, nachdem zuvor noch ein etwas stärkerer Einbruch um 9,2 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich sei die Gesamtfertigung im April um 25,3 Prozent gefallen.

Auch in kommenden Monaten rechnet Industrie mit Produktionsrückgang

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Innerhalb der Industrie fiel die Produktion von Vorleistungsgütern um 13,8 Prozent im Monatsvergleich und die Fertigung von Konsumgütern um 8,7 Prozent. Bei den Investitionsgütern meldete das Bundesamt einen Rückgang um 35,3 Prozent. "Einen besonders starken Rückgang verzeichnete die Automobilindustrie mit 74,6 Prozent", hieß es in der Mitteilung. Die Bauproduktion fiel dagegen nur um 4,1 Prozent.

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Auch in den kommenden drei Monaten rechnet die deutsche Industrie wegen der Corona-Krise laut einer Umfrage des Ifo-Instituts mit einem Produktionsrückgang. Allerdings dürfte sich der Einbruch deutlich verlangsamen. Im Mai sei der Ifo-Index zu den Produktionserwartungen auf minus 20,4 Punkte gestiegen nach minus 51,0 Punkten im April, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung des Münchener Forschungsinstituts. Der Anstieg im Mai sei der stärkste Index-Zuwachs zum Vormonat seit der Wiedervereinigung gewesen. “Aber das bedeutet nur, dass der Sturzflug nun flacher wird”, sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe.

In Bekleidungsindustrie bleibt Stimmung extrem pessimistisch

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Allerdings sei der Indexwert für die Produktionserwartungen in der deutschen Autoindustrie im Mai in den positiven Bereich gestiegen, was auf eine wieder steigende Fertigung in der deutschen Schlüsselbranche hinweist. "Das ist keine Überraschung, nachdem die Produktion vielerorts nahe komplett eingestellt worden war", kommentierte Wohlrabe die Ergebnisse.

Wie die Umfrage weiter zeigt, erwarten die Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse mittlerweile einen schwachen Rückgang ihrer Produktion. Der Index für die Pharma-Branche fiel im Mai auf minus drei Punkte nach plus 14 Zählern im April. In der Bekleidungsindustrie bleibt die Stimmung extrem pessimistisch. Der Index fiel im Mai auf minus 88 Punkte nach minus 72 im April.

In der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie bei der Herstellung von Metall-Erzeugnissen stiegen die Erwartungen, signalisieren aber weiter einen Produktionsrückgang. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen, im Maschinenbau, in der Chemie und bei Herstellern von Druckerzeugnissen. Bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln verbesserte sich der Indexwert auf minus 5 Punkte.

RND/dpa

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