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In Corona-Zeiten wird weniger Auto gefahren: Huk zahlt Kunden 225 Millionen Euro zurück

  • Das Corona-Jahr 2020 war nicht für jeden ein Tiefschlag.
  • Kfz-Versicherer jubilieren.
  • Weil Autofahrer weniger unterwegs waren, sinkt die Schadenlast und das wohl dauerhaft.
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München. Kfz-Versicherer erstatten für 2020 vielfach Beiträge zurück, weil ihre Kunden im Corona-Jahr weniger als einmal geplant gefahren sind. So hat die Allianz 350.000 Kfz-Versicherten, die sich bei ihr gemeldet haben, in der Summe 20 Millionen Euro rückerstattet. Branchenführer Huk-Coburg zahlt 500.000 Kunden das Doppelte dieser Summe zurück.

Aber Deutschlands führender Kfz-Versicherer legt zusätzlich eine große Schippe drauf und überweist seinen 13 Millionen Kfz-Versicherten weitere 150 Millionen Euro. Das ist im Schnitt 3,5 Prozent eines Jahresbeitrags. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit unsere Mitglieder und Kunden an nicht benötigten Überschüssen beteiligen“, erklärt Huk-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann.

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300 Millionen Euro coronabedingter Extragewinn für die Huk

In der Spitze um 60 Prozent sei die Fahrleistung der Deutschen 2020 in manchen Monaten zurückgegangen, wodurch weniger Unfälle verursacht wurden und Versicherer weniger Schäden zu begleichen hatten. 300 Millionen Euro coronabedingter Extragewinn sei auf diese Art bei der Huk entstanden, rechnet Heitmann vor. „Wir teilen uns das zwischen Unternehmen und Kunden“, stellt er klar.

Inklusive 40 Millionen Euro Rückerstattung durch weniger gefahrene Jahreskilometer erhalten allein die Kfz-Versicherten der Huk für 2020 also 190 Millionen Euro zurück. Dazu kommen weitere 35 Millionen Euro Rückerstattung für Kunden mit Hausratspolicen und allgemeinen Haftpflicht- sowie Unfallpolicen, was sich insgesamt auf 225 Millionen Euro summiert. Derartige Großzügigkeit fällt einem Versicherer, der nicht wie die Allianz als Aktiengesellschaft firmiert, naturgemäß leichter. Verpflichtet wäre die Huk aber zu Beitragsrückerstattung im gewährten Ausmaß nicht, betont Heitmann.

2020 versicherte die Huk 13 Millionen Autos

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Die Coburger nehmen 2020 zudem beim Jahresüberschuss 13 Prozent Rückgang auf knapp 400 Millionen Euro in Kauf und arbeiten weiter am Ruf eines kostengünstigen Versicherers. Das schlägt sich in einem Neugeschäftsrekord im Corona-Jahr 2020 nieder, obwohl viele Kfz-Zulassungsstellen zeitweise geschlossen waren. Netto 550.000 neue Kfz-Verträge auf nun 13 Millionen versicherte Autos wurden 2020 eingefahren.

Zum Vergleich: Die Allianz hat hierzulande im Vorjahr per saldo 30.000 auf rund neun Millionen neue Kfz-Verträge gewonnen. Vom Ziel, die vor elf Jahren an die Huk verlorene Marktführerschaft in diesem Schlüsselbereich der Assekuranz zurückzuerobern, hat sich der Branchenriese aus München damit noch weiter entfernt. Das liegt vor allem am bei den Coburgern unter der Tochter Huk-24 boomenden Onlinegeschäft. Die Allianz hat den Onlinetrend lange verschlafen und erst voriges Jahr mit der Internettochter Allianz Direct dazu einen neuen Anlauf genommen.

Schaden-Kosten-Quote ist um 90 Prozent gefallen

Auf der Schadenseite entlastend war 2020 für die gesamte Branche, zeigen Statistiken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Während die Beiträge für Kfz-Policen in Deutschland 2020 leicht auf 28,7 Milliarden Euro zugelegt haben, sind die Leistungen für erstattete Schäden um fast ein Zehntel auf noch 22,7 Milliarden Euro gesunken. Damit ist die Schaden-Kosten-Quote binnen Jahresfrist von knapp 98,4 auf rund 90 Prozent gefallen. Unterhalb eines Werts von 100 machen Kfz-Versicherer Gewinn, bei der Huk lag diese Quote 2020 bei überaus positiven 85 Prozent.

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2021 bringt weitere Entlastung auf der Schadenseite

Mit einher ging bei dieser Entwicklung, dass die Tarife für 2020 neu abgeschlossene Kfz-Policen beim deutschen Marktführer im Schnitt um 2,5 bis 3,0 Prozent gesunken sind. Das gibt den Trend für die nahe Zukunft vor. Denn 2021 bringt als weiteres Corona-Jahr weitere Entlastungen auf der Schadenseite, stellte Heitmann klar. Das zeige das erste Quartal deutlich. Die Coburger rechnen zudem mit einem dauerhaft entlastenden Effekt, weil Homeoffice wohl zumindest zum Teil erhalten bleibe und so viel Pendelverkehr sowie Schadenpotenzial wegfällt.

2021 könnte noch höhere Rückerstattung anfallen

Für 2021 zeichnet sich indessen eine weitere Runde von Beitragsrückerstattungen für Kfz-Versicherte aus. Die Huk will das Ausmaß noch nicht abschätzen und vom Jahresverlauf abhängig machen. „Für 2021 rechnen wir durch den Lockdown zu Jahresbeginn mit einer noch höheren Rückerstattung für unsere Kunden“, sagt dagegen die Allianz. An dieser Front können Verbraucher also von der Pandemie und deren Folgen profitieren.

RND

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