IG Metall: Automobilindustrie droht Insolvenzwelle wegen Corona-Krise

  • Wegen der Corona-Krise sind der IG Metall zufolge bis zu 80.000 Arbeitsplätze in der Autobranche in Gefahr.
  • Die Gewerkschaft empfiehlt notfalls ein zweites Konjunkturpaket.
  • Zudem fordert die IG Metall eine Umweltprämie für emissionsarme Verbrenner.
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Berlin. Im Kampf gegen eine durch die Corona-Krise möglicherweise drohende Insolvenzwelle hat die IG Metall weitere Konjunkturhilfen empfohlen. “Wenn das Konjunkturpaket, das viele gute und wichtige Punkte enthält, nicht in der Breite wirkt (...), dann müssen wir im Herbst noch einmal darüber reden, ob wir nicht nachsteuern müssen”, sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann dem “Tagesspiegel” (Samstag). Gerade bei den Zulieferern in der Automobilindustrie sei die Insolvenzgefahr in Deutschland stark gestiegen. “Unsere jüngste Umfrage zeigt: Über 80.000 Beschäftigte in 270 Betrieben sind in hoher oder akuter Insolvenzgefahr.” Er fügte hinzu: “Und diese Zahlen steigen.”

IG Metall fordert Umweltprämie für emissionsarme Verbrenner

Durch den beschlossenen Verzicht auf eine an den Emissionen orientierte Kaufprämie für Autos und die stattdessen erfolgende Mehrwertsteuersenkung ab Juli werde keine vernünftige Klimaschutz-Lenkungswirkung erreicht, sagte Hofmann. "Jetzt wird selbst der Verkauf von alten Gebrauchtwagen und SUV-Boliden gefördert, egal, was aus dem Auspuff kommt." Um die Autobranche als Schlüsselindustrie zu stärken, hatte die IG Metall eine Umweltprämie auch für emissionsarme Verbrenner gefordert.

RND/dpa

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