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Ifo-Institut: “Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch”

  • Kurzarbeit und Staatshilfen sollen die Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt abfedern.
  • Einer Umfrage der Ifo-Wirtschaftsforscher zufolge planen trotzdem zahlreiche Unternehmen einen Stellenabbau.
  • Besonders betroffen sind Gastronomie, Tourismus und KFZ-Industrie.
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Die massiven Staatshilfen für Unternehmen können Stellenabbau als Folge der Corona-Pandemie in vielen Branchen nicht verhindern. Darunter sind auch Schlüsselbranchen. Das lässt eine aktuelle Umfrage des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung befürchten. Demnach haben bereits im April mehr als die Hälfte aller Betriebe in der Gastronomie, jedes zweite Hotel und knapp die Hälfte aller Reisebüros in Deutschland beschlossen, Arbeitsplätze abzubauen oder befristete Verträge nicht zu verlängern.

Am bedeutendsten in seiner Wirkung dürfte sein, dass auch fast vier von zehn Betriebe in der Kfz-Industrie das planen. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, folgert Ifo-Experte Klaus Wohlrabe aus der aktuellen Umfrage. Auch andere Branchen planten, überdurchschnittlich viele Kündigungen auszusprechen. So wollten 57 aller Vermittler von Arbeitskräften wie Leiharbeitsfirmen Stellen streichen, was ebenfalls größere und flächendeckende Auswirkung haben dürfte. Aber auch drei von zehn Druckereien planen Jobabbau.

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Relativ sicher bleiben Jobs in der Chemieindustrie, wo nur 5 Prozent der Betriebe einen Abbau ins Auge fassen, oder Pharmahersteller, wo das bislang niemand plant. In der Schlüsselbranche Maschinenbau sind es knapp zwei von zehn Firmen, ab Bau nur 3 Prozent der Betriebe, im Einzelhandel immerhin 17 Prozent. In der Werbung bereitet jeder vierte Betrieb bereits einen Jobabbau vor.

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Große regionale Unterschiede

Auch regional sind die Streichpläne recht unterschiedlich. An der Spitze steht hier Baden-Württemberg, wo 22 Prozent befragter Betriebe Pläne für Stellenabbau bejaht haben. In Bayern ist es jedes fünfte Unternehmen, in Nordrhein-Westfalen und im Nordwesten Deutschlands fast jedes fünfte.

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Damit folgen die Streichpläne zum einen der regionalen Verteilung besonders betroffener Schlüsselbranchen, aber auch weitgehend der Verbreitung des Coronavirus in den Bundesländern. Relativ wenige Firmen haben Stellenabbau in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit je elf Prozent auf dem Zettel. In Hessen sind es 16 Prozent. Allgemein sind die alten Bundesländer stärker betroffen als die neuen.

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