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Tipps für Verbraucher

Hohe Spritpreise und ihre Folgen – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Die Spritpreise sind aufgrund von Putins Krieg so hoch wie nie zuvor. Doch Verbraucherinnen und Verbraucher können mit den richtigen Tricks dennoch etwas Geld sparen.

Frankfurt. EU-Präsidentin Ursula von der Leyen hat es gefordert: Alle sollten helfen, die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu reduzieren. Die Energiekrise wird aktuell besonders bei den Spritpreisen sichtbar. Wir erläutern, welche Möglichkeiten es für Autofahrer gibt.

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Wie werden sich die Spritpreise entwickeln?

Am Mittwoch kostete ein Liter Diesel nach den Berechnungen des Verbraucherportals Clever Tanken im Bundesdurchschnitt 2,19 Euro, beim Benzin waren es 2,12 Euro – beides sind neue Höchstwerte. Kurzfristig werden die Spritpreise weiter ansteigen. Das lässt sich am Plus der Rohölnotierungen ablesen, die seit Anfang der Woche gestiegen sind. Dies macht sich mit einer Verzögerung von drei bis vier Tagen an den Zapfsäulen bemerkbar.

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Lässt sich eine längerfristige Entwicklung prognostizieren?

Nein. Die Preise hängen eng vom Kampfgeschehen im Krieg gegen die Ukraine ab und davon, ob es in den nächsten Tagen ein Ölembargo durch die russische Seite gibt. Hinzu kommt, dass der Euro derzeit im Verhältnis zum Dollar schwach ist. Das verteuert die Einfuhr von Öl, da es international in Dollar gehandelt wird.

Kann Deutschland kurzfristig die Abhängigkeit von russischem Öl reduzieren?

Das ist auf der Angebotsseite nur schwer möglich. Weltweit ist derzeit die Nachfrage größer als das Angebot und zugleich kämpfen Abnehmer um Lieferungen, die nicht aus Russland kommen. Die Lage könnte sich ändern, wenn das Kartell Opec+ seine Förderung erhöhen würde. Offen ist, ob sich da etwas bewegt. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen offenbar mit den anderen Mitgliedern des Kartells über eine Ausweitung der Förderung verhandeln.

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Wie sieht die Nachfrageseite aus?

Da ist einiges machbar. Die Umweltorganisation Greenpeace hat durchgerechnet, dass die Gesamtmenge der Importe von Rohöl sowie von raffinierten Produkten wie Benzin und Diesel kurzfristig um bis zu 12 Prozent verringert werden könne. Das würde zugleich bedeuten, dass Importe aus Russland rechnerisch um etwa ein Drittel sinken könnten.

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Was wären die wirksamsten Maßnahmen?

Tempolimits auf Autobahnen (100 Stundenkilometer) und Landstraßen (80 Kilometer) würden den Kraftstoffabsatz um 4,6 Prozent drücken. Im gleichen Maß ginge der Bedarf zurück, wenn auf jede Freizeitfahrt über 20 Kilometer verzichtet würde. Wenn jeder Sonntag autofrei wäre, würde das den Absatz sogar um 5,6 Prozent drücken.

Was bringt ein Umstieg auf Busse und Bahnen?

Würden der öffentliche Nahverkehr und der Fernverkehr wieder auf das Niveau von vor der Corona-Pandemie steigen, könnte der Kraftstoffabsatz um 3,2 Prozent sinken. Pendler, die vom Pkw auf Busse und Bahnen umsteigen, können so ihre Ausgaben für Mobilität erheblich reduzieren, sofern die Gesamtkosten für das Auto berücksichtigt werden.

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Denn die derzeitigen Tarife beruhen auf Kalkulationen der Verkehrsunternehmen mit Energiepreisen, die weit unter dem aktuellen Niveau lagen. Eine aktuelle Studie des Öko-Instituts hat zudem ergeben, dass dies auch dem Klimaschutz hilft. Die CO₂-Emissionen pro Person und Kilometer würden im Schnitt um mehr als die Hälfte sinken.

Wie hoch sind die Potenziale beim Homeoffice?

Auch hier ist einiges zu holen. Wenn vier von zehn Beschäftigten im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit weiterhin an zwei Tagen zusätzlich von zu Hause aus arbeiten würden, würde der Kraftstoffabsatz laut Greenpeace um 3 Prozent sinken. Der Klimaeffekt wäre ebenfalls beachtlich. Mit einer Homeofficequote von einem Drittel könnten 3,7 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase jährlich vermieden werden, was etwa 12 Prozent des CO₂-Ausstoßes durch den Berufsverkehr entspricht.

Wenn alle Sparmaßnahmen hierzulande realisiert werden, sinkt dann auch der Rohölpreis?

Nein. Die Preise etwa für die Referenzsorte Brent gelten international. Da fällt ein Land, das seine Nachfrage reduziert, nicht ins Gewicht. Anders sähe es aus, wenn es in Folge des Krieges zu einer Rezession in vielen Ländern kommt und dadurch erheblich weniger Öl nachgefragt würde. Zuletzt war dies durch den massiven Konjunktureinbruch während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020 der Fall.

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Was können Arbeitnehmer tun, die auf ihr Auto angewiesen sind?

Clever-Tanken-Chef Steffen Bock weist darauf hin, dass es an Tankstellen mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Stationen der großen Marken: „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag.“

Diese extremen Schwankungen kommen zustande, weil sich die Tankstellen beim Kampf um Marktanteile gegenseitig beobachten. Laut Bock bieten sich günstige Tankzeiten oft zwischen 8 und 10 Uhr, zwischen 12 und 13 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr.

Ist Elektromobilität eine Alternative zum Pkw mit Verbrennungsmotor?

Die Denkfabrik „Agora Verkehrswende“ legte kürzlich eine Studie vor, derzufolge die Gesamtkosten für E-Autos über einen Zeitraum von fünf Jahren bei einer durchschnittlichen Fahrleistung deutlich niedriger als bei einem vergleichbaren Verbrenner lagen. Besonders groß ist der Kostenvorteil in der Mittelklasse. Seinerzeit (Stand November 2021) lagen die Betriebskosten – vor allem Sprit – bei einem Sechstel der Gesamtkosten.

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Dieser Anteil dürfte inzwischen spürbar gestiegen sein: Inzwischen ist der Preis für Diesel um rund 40 Prozent, der für Benzin um 25 Prozent gestiegen. Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass die Attraktivität von E-Autos nun weiter steige. Wobei er Tesla mit seinem neuen Werk in Brandenburg als den großen Gewinner sieht: „So wie es aussieht, kommen bald sehr viele Autos aus Grünheide.“

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