Henkel-Wechsel: Boss Hans Van Bylen muss gehen – Aktie stürzt ab

  • Der Dax-Konzern Henkel trennt sich überraschend von seinem Vorstandschef Hans Van Bylen.
  • Das Unternehmen kämpft schon länger mit schlechten Zahlen.
  • An der Börse in Frankfurt stieß die Personalie allerdings auf wenig Gegenliebe.
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Überraschender Führungswechsel bei Henkel: Der Düsseldorfer Konzern trennt sich von seinem Chef. Nach rund 35 Jahren im Unternehmen muss Vorstandschef Hans Van Bylen (58) zum Jahreswechsel gehen. Neu an die Spitze des Unternehmens rückt der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel. Das teilte der Dax-Konzern am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Düsseldorf mit. Die Trennung erfolge „im gegenseitigen Einvernehmen". Der Manager selbst machte „persönliche Gründe“ für die Nicht-Verlängerung seines Vertrags geltend.

Henkel: Börse schickt Aktie auf Talfahrt

Die Personalie stößt an der Börse allerdings auf wenig Gegenliebe: Am Freitagvormittag verlor die Henkel-Aktie zunächst mehr als 4 Prozent und war damit der schwächste Wert im Dax. Der 58-jährige Belgier Van Bylen hatte im Mai 2016 den Chefsessel des Herstellers von Marken wie Schwarzkopf, Persil, Schauma oder Pritt übernommen.

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Die lange erfolgsverwöhnten Investoren hatten in den vergangenen Jahren wenig Freude an ihren Henkel-Aktien. Kletterte die Aktie im Juni 2017 auf ein Rekordhoch von fast 130 Euro, ging es danach stetig bergab. Erst im August hatte Henkel sich für das laufende Geschäftsjahr pessimistischer gezeigt. Das Unternehmen erwarte keine Belebung der industriellen Nachfrage mehr, hieß es bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal. Zudem entwickele sich das Geschäft mit Haar- und Hautpflege enttäuschend. Henkel erwartete zuletzt für 2019 ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von 2 Prozent – im günstigsten Fall. Im schlechtesten Fall dürfte die Entwicklung stagnieren. Der Konzern war zuvor von einem Plus von 2 bis 4 Prozent ausgegangen.

RND/fh/dpa