Hat sich die Afrikanische Schweinepest bereits in Brandenburg ausgebreitet?

  • Die Afrikanische Schweinepest hat sich möglicherweise bereits in Brandenburg ausgebreitet.
  • Dort wartet man auf die Testergebnisse von Wildschweinen, die sich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert haben sollen.
  • Auch wenn die Schweinepest für Menschen ungefährlich ist – für die Wirtschaft hätte sie fatale Folgen.
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Neuzelle/Berlin. Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest bei fünf weiteren Wildschweinen in Brandenburg sollen die Ergebnisse des nationalen Friedrich-Loeffler-Instituts endgültig Klarheit bringen. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hatte bei den Tieren, die in der Nähe des Ortes Neuzelle im Kreis Oder-Spree südlich von Frankfurt (Oder) gefunden wurden, die Seuche nachgewiesen. Wird dies bestätigt, hätte sich die Afrikanische Schweinepest ausgebreitet. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, aber die Tiere stecken sich untereinander an und sterben.

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Schweinepest kann Milliardenverlust bedeuten
2:25 min
Nach dem ersten positiven Fall der Afrikanischen Schweinepest hoffen Schweinehalter und Schlachthöfe, dass sich der Erreger nicht so weit ausgebreitet hat.  © Reuters

Fundort: Beschränkungen und Jagdverbote

In der vergangenen Woche war in Brandenburg der deutschlandweit erste Fall der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten. Ein infiziertes totes Wildschwein war sieben Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt auf dem Gebiet der Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Oder-Spree entdeckt worden.

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Die neuen Fundorte liegen in einem bereits ausgewiesenen gefährdeten Gebiet von bis zu 25 Kilometern um den Ort des ersten Kadaverfundes. In dem Gebiet gilt ein Jagdverbot. Wildschweine aus dem Gebiet dürfen nicht weiter transportiert werden. Die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist verboten. Für Schweinehalter gelten Beschränkungen.

Der Deutsche Jagdverband riet eindringlich dazu, den Fund toter Wildschweine umgehend zu melden. Ein gefundener Kadaver dürfe nicht angefasst werden, warnte der Verband. Wer einen solchen Fund mache, solle unter Angabe des Standorts das Kreisveterinäramt informieren oder die Notrufnummer 112 wählen.

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Einfuhrstopps sollen beschränkt werden

Um eine Kernzone rund um den Fundort des ersten toten Wildschweins mit Schweinepest war ein 12 Kilometer langer mobiler Elektrozaun aufgebaut worden. Um die Kernzone ist ein fester Zaun geplant, wenn die Ausdehnung der Infektion klar ist. Das erste infizierte Tier war nach Angaben des Brandenburger Verbraucherschutzministeriums eine zwei- bis dreijährige Bache, bei der man mit Frischlingen rechnen müsse. Deshalb waren auch weitere Fälle erwartet worden.

Wegen der Schweinepest haben wichtige Abnehmerländer deutsche Schweinefleisch-Einfuhren verboten. Das Bundesagrarministerium ist mit den Regierungen dieser Länder im Gespräch, um Vereinbarungen zu erreichen. Dies zielt darauf, Einfuhrstopps wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen deutschen Regionen zu beschränken und nicht für ganz Deutschland einzuführen. So ist es auch in der EU geregelt, in die rund 70 Prozent der Schweinefleisch-Exporte gehen.

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Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) kündigte an, dass schnell geprüft werden soll, wo Entschädigungen gezahlt werden können. Am Dienstagabend beriet eine Arbeitsgruppe mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Landwirten und Vertretern von Kommunen über die Lage. Das Nachbarland Sachsen sieht sich nach eigenen Angaben gut vorbereitet gegen die Schweinepest.

RND/dpa

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