Hannover Messe verschoben: “Eine Katastrophe”

  • Die Hannover Messe ist wegen des Coronavirus verschoben. Die niedersächsische Landeshauptstadt trifft das hart.
  • Damit ist sie nicht allein, weil immer mehr Messen wegen der sich ausbreitenden Krankheit entfallen oder verschoben werden.
  • Gastronomen und Messebauer fordern deshalb staatliche Hilfen für betroffene Betriebe.
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Fünf Hauptmessetage, Hunderttausende Besucher: Für die 200 Hotels in Hannover und den Umlandstädten sei die Verlegung der Hannover Messe “eine Katastrophe”, sagt Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer beim niedersächsischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Schließlich sei die weltweit größte Industrieschau für Hotels und Gastronomie in der Region einer der wichtigsten Termine des Jahres - und das deshalb zusätzlich nötige Personal schon gebucht. Weil zugleich noch sieben Wochen Zeit bis zur Messe sind, könnten aber die Hotelreservierungen noch storniert werden. “Die Hotels hängen voll drin”, so Balke gegenüber der HAZ.

Allein sind die Gastwirte in Hannover mit derartigen Sorgen nicht. “Weil Messen und Großveranstaltungen abgesagt werden und internationale Gäste ausbleiben, berichten immer mehr Betriebe von Stornierungen”, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Dehoga-Bundesverbands. “Die aktuellen Entwicklungen verfolgen wir mit größter Sorge."

Ähnlich klingt es bei den deutschen Messebauern: “Die aktuelle Lage ist dramatisch”, sagte Jan Kalbfleisch vom Fachverband Messe- und Ausstellungsbau (Famab) der Deutschen Presse-Agentur. “Wenn eine große Messe abgesagt wird, reißt das ein Riesenloch in die Auftragsbücher.”

Verbände wollen staatliche Hilfen

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“Vielen ist nicht klar, welcher wirtschaftliche Schaden entsteht, wenn eine Messe nicht stattfindet”, ergänzte er. Einem ersten Report zufolge beläuft sich der Schaden, der aus bisherigen Absagen verursacht wurde, auf mehr als 426 Millionen Euro. “Ganz viele Unternehmen haben große Fragezeichen im Kopf, wie sie die nächsten Monate überstehen sollen.” Um Insolvenzen und Entlassungswellen zu vermeiden, fordert der Verband ebenso wie der Dehoga-Bundesverband staatliche Hilfen. Aktuell habe die Branche trotz der Absagen allerdings jede Menge Arbeit: So müsse der Abbau von bereits aufgebauten Messen organisiert, Einlagerungen geplant und geklärt werden, wer welche Kosten tragen müsse.

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Viele Messen sind nur verschoben

Mittelfristig könnte sich das Jahr sowohl für Gastwirte als auch Messebauer noch etwas zum Besseren wenden: Zwar sind einige bekannte Messen wie die ITB in Berlin oder die Leipziger Buchmesse ganz abgesagt worden. “Von 30 abgesagten Messen werden etwa 25 später in diese Jahr nachgeholt. Das wird die wirtschaftlichen Folgen abfedern”, sagte Harald Kötter, Sprecher des Messe-Verbands AUMA gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

“Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich die Schäden nicht seriös beziffern, aber wir rechnen mit erheblichen Zusatzkosten”, sagt Kötter allerdings auch. “Durch die Verschiebungen zeichnet sich außerdem eine extreme Termindichte ab, die sicher eine Herausforderung wird”, so Kötter weiter.



Mit dpa

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