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Handelsstreit trifft Käsehersteller: Parmesan könnte für Europäer viel billiger werden

  • Parmesan-Hersteller in Italien fürchten die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf Waren aus der EU.
  • Die italienischen Hersteller werden deshalb immer nervöser, während Pasta-affine Verbraucher in Europa sich freuen können.
  • Hintergrund ist ein Streit über Subventionen für Flugzeugbauer in den USA und in Europa.
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Rom. Parmesan-Hersteller in Italien fürchten die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf Waren aus der EU. "Trump kann Zölle erheben, die den Preis eines Produkts um 100 Prozent steigern würde", warnte der Präsident des nationalen Parmesan-Konsortiums, Nicola Bertinelli, in der Zeitung "La Stampa" (Montag). Derzeit würden auf ein Kilogramm "Parmigiano Reggiano" 2,5 Dollar Zoll erhoben - dieser könnte auf 20 Dollar steigen. "Das würde bedeuten, dass der Preis im Supermarktregal von heute 40 Dollar pro Kilo auf 60 steigen würde." 60 Dollar entsprechen etwa 54 Euro. Parmesan wäre dann ein exklusives Nischenprodukt.

Am Dienstag wird US-Außenminister Mike Pompeo Italien besuchen. Das Zoll-Thema soll dabei auch zur Sprache kommen, da für Italien der Export seiner beliebten Lebensmittel wie Parmesan, Salami oder Schinken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Grund für die Sorge ist der Fall des europäischen Flugzeugbauers Airbus, der illegale Staatshilfen in Milliardenhöhe erhalten hatte. Die USA erwägen daher Strafzölle, die nicht nur Produkte und Komponenten für die Luftfahrtindustrie betreffen könnten, sondern auch zahlreiche andere Waren wie Käsesorten, Olivenöl oder Orangen.

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Zu teuer in den USA - günstig in Europa

Falls Strafzölle verhängt würden, könnte der Absatz des italienischen Hartkäses auf dem US-Markt um 80 bis 90 Prozent einbrechen, sagte Bertinelli. "Aus den 10 000 Tonnen, die heute in den USA ankommen, könnten 2000 werden. Ein unglaublicher Schaden für uns", sagte Bertinelli. Auch die Bauern und Zulieferer würden darunter leiden. Hinzu kommt: Der Parmesan, der nicht mehr in den USA abgenommen würde, müsste andernorts verkauft werden. "Die Folge wäre ein Preisverfall für uns."

RND/dpa

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