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“Seid ihr total bescheuert?" Mutter sucht vergeblich Desinfektionsmittel und wird emotional

  • Wegen des Coronavirus’ werden bestimmte Artikel in den Läden knapp.
  • Eine Mutter hat via Twitter einen Hilferuf abgesetzt.
  • Der Handel sieht aber noch kein grundsätzliches Problem.
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Berlin. Das Coronavirus bewegt die Menschen - und verändert offenbar ihr Kaufverhalten. Nicht nur Atemmasken sind gerade vielerorts ausverkauft, auch Kunden, die dringend auf Desinfektionsmittel angewiesen sind, gehen derzeit mancherorts vergeblich in Apotheken und Drogerien.

Auf Twitter berichtet eine Mutter davon, wie sie vergeblich versucht hat, Desinfektionsmittel zu kaufen. Ihr Sohn sei dringend darauf angewiesen, er sei Diabetiker. “Für die regelmäßigen Insulinspritzen benötigen wir Desinfektion, die es in keiner Apotheke im Umkreis mehr gibt", schrieb sie.

Dann holt sie aus zu einem emotionalen Apell: “OB IHR TOTAL BESCHEUERT SEID UND NICHT WISST WIE MAN ORDENTLICH HÄNDE WÄSCHT, HAB ICH GEFRAGT!!” Offenbar hält sie den Gebrauch von Desinfektionsmitteln für gesunde Menschen nicht für nötig - wenn sie die Grundlagen der Hygiene kennen.

Die Mutter ist ein Einzelfall, doch auch der Handel bemerkt eine deutliche Änderung im Kaufvberhalten der Kunden. Zahlreiche Handelsketten sprachen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln.

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Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen. Der Handelsverband Deutschland betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist.

Trotz erster Hamstereinkäufe wegen der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland sieht die Handelsbranche zurzeit keine Lieferengpässe bei Lebensmitteln oder Hygieneartikeln. „Wir sind in der Lage nachzuliefern“, sagte der Vize-Geschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Günter Päts, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

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In den Supermärkten in Berlin und Brandenburg sei der Umsatz in dieser Woche 30 bis 40 Prozent gestiegen. „Den Handel freut’s“, sagte Päts. Aufgrund der begonennen Fastenzeit habe die Branche nicht mit so einer großen Nachfrage gerechnet.

Vor allem Seifen und Desinfektionsmittel seien verstärkt verkauft worden, schilderte Päts. In den Supermärkten seien haltbare Lebensmittel besonders gefragt. Besonders ein Produkt erlebt laut Päts dank Corona ein Comeback: Das Büchsenbrot. „Lange Jahre war das Brot weniger oder gar nicht gefragt“, sagte Päts.

Und auch der Mutter konnte schließlich geholfen. Schon unter ihrem Tweet hatten andere Nutzer Hilfe angeboten. Offenbar ist nun aber im handel fündig geworden, wie sie schrieb. Der Nachschub soll per Paket geliefert werden.

pach/dpa/RND

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