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Hackerangriffe sind weltweit das Unternehmensrisiko Nummer eins

Immer mehr Unternehmen fürchten sich vor Cyberkriminalität.

Immer mehr Unternehmen fürchten sich vor Cyberkriminalität.

München. Hackerangriffe sind mittlerweile die größte Sorge von Unternehmen. Weltweit steht diese Gefahr an der Spitze des jährlichen Risikoreports des Allianz-Industrieversicherers AGCS. In Deutschland rangiert das Thema auf dem zweiten Platz hinter der Betriebsunterbrechung – die nicht selten Folge eines Hackerangriffs ist.

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Nach vorn gerückt ist im vergangenen Jahr die Sorge vor Naturkatastrophen und dem Klimawandel. Standen Naturkatastrophen 2020 global noch an sechster Stelle der Unternehmensrisiken, sind sie voriges Jahr auch in Deutschland auf Rang drei geklettert. Gleich dahinter rangiert hierzulande neuerdings der Klimawandel, der 2020 noch auf Rang neun zu finden war.

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Auch Corona ein Angstfaktor

„In Deutschland sind Betriebsunterbrechungen das Toprisiko“, erklärt AGCS-Risikoexperte Jürgen Wiemann. Wenn Firmen ihren Betrieb unfreiwillig unterbrechen, ist ein Cyberangriff eine Hauptursache dafür, im vergangenen Jahr zeigten aber auch Naturkatastrophen Wirkung. Dazu zählt auch die Corona-Pandemie, die Lieferketten lahmlegte und so ebenfalls Produktion behinderte.

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Corona selbst ist unter den größten Risiken weltweit um zwei Plätze auf Rang vier gerutscht und in Deutschland sogar auf Rang acht. „Das Zusammenwirken von Risiken hat eine neue Dimension erreicht“, sagt Wiemann.

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Die Risikoliste ermittelt AGCS jährlich nach Umfragen unter 2650 Firmenchefs und Risikoexperten. 2021 habe man vor dem Anschwellen der Omikron-Welle gefragt, sagt AGCS-Risikomanager Martin Zschech. „Wenn wir die Umfrage heute machen würden, würde die Pandemie sicher einen anderen Platz einnehmen.“

Das Horrorszenario

Ausgerechnet gegen das Toprisiko Cyberkriminalität können sich Firmen allerdings immer weniger wappnen. Stark wachsende Schäden machen die Policen für die Versicherer nämlich zum Verlustgeschäft. „Unternehmen investieren verstärkt in ihre Cybersicherheit, aber dennoch kommen Hacker durch“, sagt AGCS-Cyberexperte Jens Krickhahn.

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So sei ein AGCS-Kunde mit sehr gutem IT-Reifegrad 2021 Opfer eines erfolgreichen Angriffs geworden. Geld habe er zwar an die Erpresser nicht gezahlt, weil das eigene System aus sicheren Backup-Dateien relativ schnell wieder hergestellt werden konnte. Aber insgesamt sei für mehrere Versicherer dennoch ein Schaden von rund 50 Millionen Euro entstanden. Für das betroffene Unternehmen ging die Sache dank Police relativ glimpflich ab.

Jede zweite Anfrage wird abgelehnt

Aber in Genuss von Cyberpolicen zu kommen, ist keine Selbstverständlichkeit. „Wir haben 2021 eine deutlich höhere Ablehnungsquote gehabt“, betont Krickhahn. Ungefähr jede zweite von jährlich Tausenden Anfragen nach einer Cyberpolice lehnt AGCS mittlerweile ab, um die eigenen Schäden in Grenzen zu halten. Das geschehe, obwohl Industriekunden immer mehr Geld in ihre Cybersicherheit stecken und aufrüsten. Das tun aber auch Cyberkriminelle.

Nimmt man das Verhalten der AGCS zum Maßstab, gewinnen sie dieses Rennen. Denn wie im Jahr 2020 hat AGCS ein Prämienvolumen von rund 100 Millionen Euro vereinnahmt, obwohl die Nachfrage nach Cyberpolicen immer mehr steigt. AGCS scheut jedoch das Risiko, weil Hacker immer erfolgreicher sind und die Allianz für fällige Cyberpolicen 2021 mehr zahlen musste. Die genaue Schadenssumme verschweigt der Konzern.

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