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Gut fürs Portemonnaie: Die Inflation sinkt – doch was bedeutet das eigentlich?

  • Das Leben in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiterhin teurer geworden.
  • Zuletzt hatten sinkende Energiepreise die Teuerungsrate ein wenig gebremst.
  • Ökonomen rechnen auch 2020 mit einer moderaten Entwicklung.
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Frankfurt/Main. Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich verlangsamt. Im Schnitt lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Für 2018 hatte die Wiesbadener Behörde noch eine Teuerungsrate von 1,8 Prozent berechnet.

Was ist Inflation überhaupt?

Die Preise für Waren und Dienstleistungen können sich in einer Marktwirtschaft jederzeit ändern – einige steigen, andere fallen. Erhöhen sich Preise allgemein, spricht man von „Inflation“. Das Geld ist dann weniger wert, Verbraucher können für einen Euro weniger kaufen als zuvor. Jeden Monat berechnet das Statistische Bundesamt, wie sich Preise in Deutschland im Vergleich zum Monat davor und im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres entwickelt haben. Einmal im Jahr wird die Gesamtrate im Vergleich zum Vorjahr ermittelt.

Was bedeutet die Entwicklung der Teuerungsrate für die Menschen?

Die Löhne und Gehälter in Deutschland sind seit Anfang 2014 kontinuierlich stärker gestiegen als die Inflation. Nach Daten der Wiesbadener Statistiker waren die Reallöhne im zweiten Quartal 2019 bereinigt um den Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent höher als im zweiten Quartal 2018. Arbeitnehmer hatten daher unter dem Strich im Schnitt mehr Geld in der Tasche als ein Jahr zuvor.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Monat für Monat schwärmen Mitarbeiter der Statistischen Landesämter und des Wiesbadener Bundesamtes aus. Sie notieren bundesweit in Geschäften, was Obst und Gemüse, Bücher und Zeitschriften, Schuhe und Möbel kosten. Wie hoch ist der Listenpreis für ein Auto, was kostet eine Pauschalreise, was der Sprit an der Tankstelle? Mehr als 300.000 Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden repräsentativ nach einem stets gleichen Schema erfasst. Dabei haben die Statistiker auch die Preise im Internet im Blick. Erhoben werden die Preise von insgesamt rund 600 Güterarten, die den sogenannten Warenkorb bilden. Auf dieser Grundlage berechnen die Statistiker die Entwicklung der Teuerung.

Warum ist die Berechnung der Teuerungsrate wichtig?

Klettern die Preise auf breiter Front über einen längeren Zeitraum stark, können sich die Menschen immer weniger für ihr Geld leisten und büßen einen Teil ihre Ersparnisse ein. Bei hoher Inflation verliert das Geld rasant an Wert, die Verbraucher flüchten in Ersatzwährungen. Aber auch dauerhaft niedrige oder sinkende Preise können gefährlich sein. Sie können Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – und das kann die Konjunktur bremsen. Die Notenbanken beobachten daher genau, wie sich die Inflation entwickelt. Die Währungshüter steuern notfalls gegen, zum Beispiel mit Zinssenkungen bei schwacher Inflation oder Zinserhöhungen bei starkem Anstieg der Verbraucherpreise.

Wie werden sich die Verbraucherpreise im laufenden Jahr entwickeln?

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Ökonomen rechnen auch 2020 mit einer moderaten Entwicklung der Inflation in Deutschland. So geht beispielsweise der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von einer Teuerungsrate von 1,6 Prozent im Gesamtjahr aus. „Die Entwicklung der Verbraucherpreise stellt sich verhalten dar“, heißt es im Jahresgutachten der „Wirtschaftsweisen“, einem Beratergremium der Bundesregierung.

RND/dpa

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