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  • Günstig tanken: In Österreich, Tschechien, Polen und Ungarn kostet Diesel und Benzin weniger

Tanktourismus: In diesen Ländern ist Sprit günstiger – doch lohnt sich das?

  • Der Dieselpreis hat in Deutschland ein neues Allzeithoch erreicht.
  • Kein Wunder, dass immer mehr Autofahrer zum Tanken über die Grenze fahren. Und wer seinen Urlaub im Ausland verbringt, kann ebenfalls ordentlich sparen.
  • Doch es gibt auch ein paar Dinge zu beachten, zum Beispiel in Ländern, die keinen Euro haben.
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Hannover. Am Sonntag war es so weit: Der ADAC meldete mit 1,55 Euro pro Liter den höchsten Dieselpreis, den es jemals in Deutschland gegeben hat. Und auch der Benzinpreis nähert sich dem Rekordstand von 2012. Viele Autofahrer und Autofahrerinnen zieht es deshalb zum Tanken über die Grenzen, denn vor allem in unseren östlichen Nachbarländern ist Kraftstoff meist deutlich günstiger.

Der Tanktourismus habe in den vergangenen Tagen zugenommen, bestätigt Florian Hördegen vom ADAC Südbayern. Jenseits der Grenze sehe man teils Schlangen an den Tankstellen. Nicht immer rentiere sich aber ein Umweg: „Nur zum Tanken über die Grenze zu fahren lohnt sich insbesondere dann, wenn die Preisunterschiede hoch und die Entfernungen sehr kurz sind“, sagt ADAC-Spritpreisexperte Jürgen Albrecht. „Denn man muss auch den Zeitaufwand und die Abnutzung des Autos mit bedenken.“

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Diesel in Deutschland so teuer wie noch nie
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Diesel kostet in Deutschland derzeit so viel wie noch nie - der ADAC beziffert den bundesweiten Durchschnittspreis mit 1,555 Euro.  © AFP
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Anders ist es für Urlauberinnen und Urlauber, die sowieso über die Grenze fahren, weil sie die Ferien im Ausland verbringen. Sie profitieren auch von kleinen Preisunterschieden.

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Doch beim Tanken im Ausland gibt es ein paar Dinge zu beachten, zum Beispiel in Ländern, die keinen Euro haben. Ein Überblick:

In diesen Ländern können Sie beim Tanken sparen

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  • Österreich: In Österreich zahlen Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit laut ADAC im Durchschnitt 1,35 Euro für den Liter Diesel und 1,38 Euro für den Liter Superbenzin. Die günstigen Preise sind auf niedrigere Steuern zurückzuführen, außerdem gibt es in Österreich keine CO₂-Abgabe – diese macht den Sprit in Deutschland seit Anfang des Jahres deutlich teurer. Die günstigen Spritpreise ziehen Menschen nahe der Grenze an: Wie lokale Medien berichten, kam es nahe Passau zuletzt zu Staus, die von Tanktouristinnen und ‑touristen verursacht wurden.
  • Tschechien: Noch etwas günstiger ist der Diesel derzeit in Tschechien mit umgerechnet 1,31 Euro, der Liter Benzin kostet wie in Österreich im Schnitt 1,38 Euro. Da Tschechien aber nicht zum Euro-Raum gehört, sollte man beim Tanken auf mögliche Wechselkursgebühren achten. Wer mit Karte zahlt, wird beim Bezahlvorgang aufgefordert auszuwählen, ob er in Euro oder tschechischen Kronen bezahlen möchte – es empfiehlt sich immer, die Landeswährung zu wählen. Denn wer den Betrag in Euro umrechnen lässt, zahlt Extragebühren.
  • Polen: Die europaweit günstigsten Spritpreise hat neben Bulgarien und Rumänien derzeit Polen. So kostet der Liter Diesel in Polen laut ADAC aktuell umgerechnet 1,30 Euro, Benzin ist sogar für 1,27 Euro zu haben. Auch hier sollten Autofahrerinnen und ‑fahrer beim Zahlen mit Karte darauf achten, dass der Preis in Zloty und nicht in Euro abgerechnet wird. Wer sich Benzin im Reservekanister mitnehmen möchte, muss sich an Vorgaben halten: Die Behörden erlauben nur die zollfreie Einfuhr von 20 Litern Kraftstoff in Reservekanistern neben dem vollen Fahrzeugtank. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ADAC maximal eine Menge von zehn Litern.
  • Ungarn: Wer seinen Urlaub noch weiter im Osten verbringt, kann auch beim Tanken in Ungarn sparen. Der Liter Diesel kostet hier umgerechnet 1,40 Euro, Super ist sogar günstiger, nämlich für 1,36 Euro zu haben. Wie auch in anderen Ländern gilt aber: In Touristenregionen wie beispielsweise am Balaton sind die Spritpreise meist deutlich höher als im Hinterland. In Ungarn ist es an vielen Tankstellen außerdem noch üblich, dass ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin das Tanken übernimmt und gleich auch noch den Reifendruck und den Ölstand kontrolliert. Für diesen Service wird ein Trinkgeld erwartet.
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In diesen Ländern ist tanken teurer als in Deutschland

  • Niederlande: In puncto tanken gehören die Niederlande zu den teuersten EU-Ländern. Wer hier seinen Urlaub verbringt, macht deshalb besser in Deutschland noch mal den Tank voll. Derzeit werden Preise von 1,61 Euro für den Liter Diesel und 1,98 Euro für den Liter Super verlangt. Sehr gängig sind in den Niederlanden Tankautomaten. Autofahrerinnen und ‑fahrer müssen hier erst ihre EC- oder Kreditkarte vor das Terminal halten, anschließend können sie tanken. Die Kosten für die Tankfüllung werden dann direkt von der Karte abgezogen.
  • Dänemark: In Dänemark kostet der Diesel derzeit umgerechnet durchschnittlich 1,72 Euro, der Liter Super 1,90 Euro. Auch hier sind Tankautomaten sehr beliebt. Da Dänemark ebenfalls nicht zum Euro-Raum gehört, empfiehlt es sich, nach dem Einlesen der Karte die Option Abrechnung in dänischen Kronen zu wählen. Wer seine Rechnung in Euro begleichen möchte, zahlt Gebühren.
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Etwas teurer ist das Tanken derzeit auch in Belgien (Diesel 1,61 Euro, Super 1,65 Euro), in Frankreich (Diesel 1,58 Euro, Super 1,67 Euro) und in Italien (Diesel 1,62 Euro, Super 1,76 Euro).

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