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Bilanz-Vorwürfe: Grenke-Aktienkurs bricht weiter ein

  • Der Aktienkurs des Leasing- und Finanzierungsunternehmens gibt am Mittwoch weiter massiv nach.
  • Das Leasing- und Finanzierungsunternehmens dementiert zwar die Bilanz-Vorwürfe einer britischen Investorengruppe, doch die Unruhe an der Börse ist zu groß.
  • Zu viele Anleger haben noch den Bilanz-Skandal und den darauffolgenden Absturz der Wirecard-Aktie im Hinterkopf.
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Frankfurt/Main. Der Aktienkurs des Leasing- und Finanzierungsunternehmens Grenke bricht trotz der Zurückweisung von Vorwürfen zu angeblichen Unregelmäßigkeiten in der Bilanz weiter ein.

Am Mittwoch sank der Kurs um bis zu 22 Prozent auf 35 Euro und damit auf einen Tiefststand seit 2015.

Vorwurf der Bilanzfälschung

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Seit Montagabend liegt der Kursrückgang damit bei bis zu rund 36 Prozent – das entspricht einem Börsenwert von etwas mehr als 900 Millionen Euro. Bei vielen Anlegern scheinen Sorgen aufzukommen, dass Grenke ein zweiter Wirecard-Fall werden könnte.

Grenke hatte am Dienstagabend nach Handelsende Stellung zu einem Bericht der Investorengruppe Viceroy Research gegeben. Der Bericht enthalte "Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist", hatte die im MDax notierte Gesellschaft in Baden-Baden mitgeteilt.

Investoren wetten auf fallende Kurse

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“Ein zentraler Vorwurf lautet, dass von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1078 Millionen Euro liquiden Mitteln ein substanzieller Anteil nicht existiere. Dies ist nachweislich falsch”, stellte Grenke fest.

“849 Millionen Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Per heute beträgt das Guthaben bei der Bundesbank 761 Millionen Euro”, hieß es weiter.

Darüber hinaus enthalte der 64 Seiten lange Bericht zahlreiche weitere nicht zutreffende Anschuldigungen. Das Unternehmen bereite eine ausführliche Antwort auch zu diesen Vorwürfen vor und werde dazu Stellung nehmen. "Grenke behält sich rechtliche Schritte vor und wird diese entsprechend in die Wege leiten."

Bafin kündigt Überprüfung an

Viceroy Research hat Grenke-Aktien nach eigenen Angaben leer verkauft. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kündigte an, überprüfen zu wollen, ob Grenke oder andere - etwa Leerverkäufer - den Preis der Aktie manipuliert haben. Grenke bietet Unternehmen Leasingmodelle zum Beispiel für Büroausstattungen und Software an.

RND/dpa

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