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Grenke-Aktie im Höhenflug: Unternehmen sieht sich durch Wirtschaftsprüfer entlastet

  • Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars hat den Vorwurf der Geldwäsche gegen den Leasingspezialisten Grenke nicht bestätigen können. Das teilte Grenke selbst in einer Pressemitteilung mit.
  • Der Aktienkurs des S-Dax-Unternehmens schoss daraufhin um 14 Prozent in die Höhe.
  • Die Prüfer übten aber auch Kritik an der Bilanz – und bemängelten die undurchsichtige Rolle der Lebensgefährtin von Wolfgang Grenke.
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Baden-Baden. Der wegen seiner Bilanzierung in der Kritik stehende Leasingspezialist Grenke sieht sich durch erste Zwischenergebnisse der Bafin-Sonderprüfung in Teilen entlastet. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars habe den Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Freitag in Baden-Baden mit. Der Aktienkurs des S-Dax-Unternehmens stieg daraufhin um 15 Prozent.

Grenke: Es zeichne sich kein „systematischer Bedarf für Goodwill-Abschreibungen“ ab

Zudem gebe es keinen Grund, an dem rechtlichen Bestand und wirtschaftlichen Gehalt der Leasingverträge mit ausstehenden Forderungen in Höhe von rund 5,6 Milliarden Euro zu zweifeln, teilte Grenke weiter mit. Auch mit Blick auf die Kritik an den Bewertungen erworbener Franchiseunternehmen in der Bilanz sieht sich Grenke entlastet. Es zeichne sich kein „systematischer Bedarf für Goodwill-Abschreibungen“ ab, hieß es. Die Wertansätze seien trotz methodischer Defizite vertretbar.

Grenke war im vergangenen Jahr mit seinem Geschäftsmodell und der Behandlung von Franchise-Gesellschaften ins Kreuzfeuer von Leerverkäufern am Aktienmarkt geraten. Diese warfen dem Unternehmen Manipulation vor. Seitdem versucht Grenke unter anderem mit eigenen Sonderprüfungen wie von KPMG oder der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton (WKGT), die Vorwürfe zu entkräften.

Mazars: Lebensgefährtin „im Konzernrechnungswesen nicht als nahestehende Person identifiziert“

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Allerdings gibt es auch Kritik von Mazars. Die Bafin-Sonderprüfer bemängelten, dass die Franchiseunternehmen nicht voll konsolidiert wurden. Dies solle nun für 2020 geschehen, teilte Grenke mit. Mazars habe zudem Prozesse in der Grenke Bank und in der Compliance-Organisation beanstandet.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe auch bemängelt, dass Corina Stingaciu, die Lebensgefährtin des Gründers Wolfgang Grenke, „im Konzernrechnungswesen nicht als nahestehende Person („Related Party“) identifiziert wurde, obwohl die Beziehung zu Wolfgang Grenke innerhalb des Konzerns bekannt gewesen sei“, hieß es in der Mitteilung von Grenke. Stingaciu hält seit vielen Jahren Aktien an der Garuna AG und sitzt im Verwaltungsrat. Die Garuna AG spielt eine entscheidende Rolle im Franchisegeflecht von Grenke.

RND/bk/dpa

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