Greensill Bank: Finanzaufsicht stellt Insolvenzantrag

  • Die Greensill Bank steht vermutlich kurz vor der Insolvenz.
  • Am Amtsgericht Bremen hat die deutsche Finanzaufsicht (Bafin) am Montagabend einen entsprechenden Insolvenzantrag eingereicht.
  • 3,1 Milliarden der insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Einlagen sollten allerdings gesichert sein.
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Bremen. Die deutsche Finanzaufsicht (Bafin) hat für die in Turbulenzen geratene Greensill Bank einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Bremen am Dienstagmorgen auf Anfrage mit. Der Antrag von Montagabend werde nun geprüft. Ob es noch am Dienstag eine Entscheidung geben wird, blieb zunächst unklar. Das Gericht will über den weiteren Verlauf informieren.

Großteil der Einlagen sind gesichert

Nach Informationen aus Finanzkreisen stehen bei der Bremer Bank rund 3,6 Milliarden Euro an Einlagen im Feuer. Davon dürften etwa 3,1 Milliarden Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung sowie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gesichert sein. Das gilt vor allem für das Geld von Privatkunden.

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Vergangene Woche hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass die Bafin auch gegen den Abschlussprüfer der Bank vorgehe. Wegen möglicher Mängel bei der Abschlussprüfung durch die Stuttgarter Gesellschaft Ebner Stolz wolle die Aufsicht ein Verfahren bei der zuständigen Aufsichtskommission Apas anregen, hieß es. Ebner Stolz habe den Abschluss der Greensill Bank für 2019 testiert. Bei einer weiteren Untersuchung durch die von der Bafin beauftragte Wirtschaftsprüfung KPMG habe die Existenz zahlreicher verbuchter Forderungen aber nicht nachgewiesen werden können.

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Muttergesellschaften bereits durch Insolvenzexperten übernommen

Die Bafin äußerte sich nicht zu dem Bericht. Die Abschlussprüferaufsichtskommission bestätigte, die Finanzaufsicht habe ihr eine Mitteilung „mit Bezug zur Greensill Bank AG übermittelt“. Einzelne Verfahren kommentiere sie nicht weiter. Ebner Stolz erklärte, man äußere sich nicht zu laufenden Prüfungsmandaten. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit allen beteiligten Behörden und habe eine Kooperation im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten angeboten. „Weder die verantwortlichen Prüfer noch Ebner Stolz als Unternehmen sind in dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bremen beschuldigt.“

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Bei den in Großbritannien und Australien ansässigen Muttergesellschaften von Greensill haben inzwischen Insolvenzexperten der Unternehmensberatung Grant Thornton das Ruder übernommen.

RND/dpa

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