Greenpeace-Bericht: Wegwerf-Mode verhindert bessere Öko-Bilanz der Branche

  • Wie Greenpeace berichtet, verzichten immer mehr Modeunternehmen auf krebsfördernde Chemikalien.
  • Dieser positiven Entwicklung stehe allerdings eine zunehmende Verbreitung von Wegwerf-Mode entgegen.
  • Unter diesen Umständen gehöre die Modebranche noch immer zu den klimaschädlichsten Wirtschaftszweigen.
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Hamburg. Die zunehmende Verbreitung von Wegwerf-Mode macht nach Einschätzung von Greenpeace ökologische Fortschritte in der Modebranche wieder zunichte. 29 untersuchte Modekonzerne verzichteten inzwischen in mehr als 90 Prozent ihrer Produktionsstätten auf besonders krebsfördernde oder hormonell wirksame Chemikalien, hieß es in einem Greenpeace-Report, der am Dienstag in Hamburg vorgestellt wurde. Gleichzeitig steige die Menge an produzierter Mode weiter an. „Was die Konzerne beim Einsatz von Chemie aufholen, verspielen sie mit immer mehr Kollektionen“, sagte Viola Wohlgemuth, Konsumexpertin von Greenpeace.

Reparieren, Mieten und Secondhand als „neues Normal“

Positiv hob Greenpeace die Bekleidungshersteller Vaude und Benetton hervor. Sie hätten erste Schritte unternommen, um ihre Kollektionen zu reduzieren, Warenströme zu entschleunigen und damit ihren Ressourcenverbrauch zu senken, hieß es. Textilunternehmen wie Mango, H&M, Primark, Nike oder Adidas setzten dagegen weiter auf Wegwerf-Mode. „Fash-Fashion wird nie nachhaltig sein“, kritisierte Wohlgemuth. „Reparieren, Mieten und Secondhand müssen das neue Normal werden.“

Die Textilindustrie gehört laut Greenpeace weltweit zu den klimaschädlichsten Branchen. Das liege vor allem an schnellen Produktzyklen mit teilweise wöchentlich wechselnden Kollektionen, hieß es. Diese Praxis produziere viel Müll. In den vergangenen sechs Jahren habe sich die Zahl der weltweit produzierten Kleidungsstücke auf rund 200 Milliarden verdoppelt. Kleidung werde heute nur noch halb so lang getragen wie vor 15 Jahren.

RND/epd

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