Greenpeace protestiert bei Amazon gegen Vernichtung von Online-Retouren

Ehe am Montag der „Prime-Day“ bei Amazon ansteht, haben in Winsen in Niedersachsen einige Greenpeace-Aktivistin gegen die Vernichtung von Online-Retouren protestiert. Derweil kündigt Verdi für Montag Streiks an.

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Winsen. Die Umweltorganisation Greenpeace hat beim Online-Händler Amazon in Winsen (Landkreis Harburg) gegen die Vernichtung zurückgesendeter neuer Waren protestiert. Die Aktivisten seien am Sonntagabend auf das Gebäude geklettert und hätten aus Versandkartons einen 27 Meter langen Schriftzug „Für die Tonne“ errichtet.

Anlass für den Protest ist die Aktion „Prime-Day“ am Montag und Dienstag mit Sonderangeboten für Amazon-Kunden, sagte Viola Wohlgemuth von Greenpeace. „Wir wollen auf die klimaschädliche Ressourcenvernichtung bei Amazon aufmerksam machen.“

Greenpeace zufolge gehen rund 30 Prozent aller Amazon-Retouren nicht wieder in den direkten Verkauf. Marktführer Amazon hatte dazu im Juni erklärt, die überwiegende Mehrheit der zurückgegebenen Produkte komme erneut in den Verkauf, gehe an Lieferanten zurück oder würde je nach Zustand an gemeinnützige Organisationen gespendet.

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Verdi-Streiks bei Amazon

Unterdessen soll bei Amazon an diesem Montag erneut gestreikt werden. Anlass ist der bis einschließlich Dienstag laufende Aktionstag „Prime-Day“ mit Sonderangeboten für Stammkunden. Unter dem Motto „Kein Rabatt auf unsere Einkommen“ wollen der Gewerkschaft Verdi zufolge die Mitarbeiter bereits in der Nacht zum Montag an sieben deutschen Standorten ihre Arbeit ruhen lassen.

Gestreikt werden soll an den Amazon-Standorten in Werne, Rheinberg, Leipzig, Graben, Koblenz sowie an den zwei Standorten im osthessischen Bad Hersfeld.

Verdi kämpft seit mehr als sechs Jahren um einen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen. In ganz Deutschland hat Amazon zwölf Warenlager an elf Logistikstandorten und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 13 000 Angestellte. In der Vergangenheit hat Amazon stets bestritten, dass der pünktliche Versand der Waren unter den Ausständen leide. Man zahle auch ohne Tarifbindung auskömmliche Gehälter.

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„Während Amazon mit satten Preisnachlässen beim Prime-Day zur Schnäppchenjagd bläst, wird den Beschäftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten“, kritisierte der Verdi-Handelsexperte Orhan Akman den US-Konzern. Die Rabatte lasse sich Amazon durch Tarifflucht und Niedriglöhne der Beschäftigten bezahlen. Das Unternehmen müsse endlich die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen. Amazon bezahlt die Mitarbeiter hingegen nach den niedrigeren Maßstäben des Logistik-Gewerbes.

Von RND/dpa

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