Greenpeace klaut VW-Schlüssel – und verhindert Export Hunderter Neuwagen

  • Rund 30 bis 40 Aktivistinnen und Aktivisten verschafften sich am Mittwoch Zugang zum Emder Verladehafen.
  • Dort standen Hunderte Neuwagen von Volkswagen zum Export bereit.
  • Allerdings zogen die Greenpeace-Mitglieder die Schlüssel von bis zu 400 Autos ab.
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Emden. Greenpeace hat eigenen Angaben zufolge am Mittwoch Hunderte VW-Neuwagen im Hafen von Emden lahmgelegt. Aktivisten hätten die Autoschlüssel der für den Export bereitstehenden Fahrzeuge abgezogen und so deren Verschiffung verhindert, sagte Greenpeace-Sprecherin Simone Miller. Mit der Aktion wolle die Umweltorganisation für einen schnelleren Ausstieg aus der Technik mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren demonstrieren. Die Autoschlüssel gingen nun auf eine Reise zu einem „Ort der Klimaschädigung“.

Nach Angaben der Polizei gelangten 30 bis 40 Aktivisten unbefugt auf das abgesperrte Gelände. Bis zum Eintreffen der Beamten entwendeten sie bis zu 400 Zündschlüssel. Bei 14 Personen seien die Personalien festgestellt worden. Dabei seien Autoschlüssel im „zweistelligen Bereich“ wieder aufgetaucht. Den Schaden bezifferte die Polizei mit einem sechsstelligen Betrag. Außerdem seien Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs und besonders schweren Diebstahls aufgenommen worden.

VW reagiert auf Greenpeace-Aktion – und zeigt sich bereit zum Dialog

Nach Angaben des Greenpeace-Verkehrsexperten Benjamin Stephan verschifft VW über Emden fast ausschließlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Die rund 735.000 Fahrzeuge, die im Jahr 2020 vorwiegend nach Großbritannien und in die USA exportiert worden seien, hätten einen CO2-Fußabdruck von etwa 42 Millionen Tonnen. Das entspreche annähernd den Jahresemissionen der Schweiz. „Als weltweit zweitgrößter Autobauer entscheidet VW mit seiner Modellpolitik maßgeblich über den globalen CO2-Ausstoß im Verkehr“, betonte Stephan.

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Eine Sprecherin des Emder VW-Werks sagte, die Autos könnten derzeit nicht bewegt werden. Volkswagen sei zum kritischen Dialog bereit. Klimaschutz und Dekarbonisierung seien zentrale Themen der Konzernstrategie. VW strebe an, den Konzern bis 2050 CO2-neutral zu gestalten. Den Plänen zufolge sollen die letzten Verbrenner-Plattformen bis 2026 entwickelt werden. Volkswagen wolle bis 2025 rund 35 Milliarden Euro in die E-Mobilität investieren. Zudem solle bis 2030 die Zahl von 26 Millionen VW-Autos mit einem Elektroantrieb erreicht werden.

RND/epd

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