Google-Mutter Alphabet schwächelt – und das ist gut so

  • Die Google-Muttergesellschaft Alphabet hat die Erwartungen an den Börsen enttäuscht – denn die Einnahmen stiegen zuletzt „nur“ um 20 Prozent auf 167 Milliarden Dollar.
  • Eine gute Nachricht, findet unser Autor. Denn so haben andere, jüngere Firmen eine Chance am Markt.
  • Die könnten die Dominanz des Suchmaschinenkonzerns aufbrechen, hofft er nun.
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Seit Jahren kursieren Mutmaßungen, wann Google – respektive die Muttergesellschaft Alphabet – an seine Grenzen kommt. Noch immer ist der Kern des Unternehmens die Internetsuche. Die Bedeutung des Algorithmus kann man gar nicht hoch genug ansetzen. Er ist das Werkzeug, mit dem wir die unendlichen Weiten des Internets erschließen.

Die Google-Manager haben es verstanden, daraus eines der profitabelsten Geschäfte aller Zeiten zu machen. Daneben orientieren sich täglich viele Millionen Menschen mit dem Landkartendienst Maps in der realen Welt. Und das Smartphone-Betriebssystem des Unternehmens (Android) macht Handys milliardenfach zu mobilen Universalmaschinen, mit denen wir unser Leben organisieren. Alphabet ist nicht nur eines der mächtigsten Unternehmen, sondern so etwas wie der Kern-Konzern der digitalen Welt.

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Viele Moonshots, wenig Durchbrüche

Wobei in seinem Namen eine charmante Doppeldeutigkeit steckt. Er verweist nicht nur auf das Buchstaben-System, er lässt sich auch als Alpha-Bet lesen – was so viel wie Superwette bedeutet. Die Firma nimmt für sich in Anspruch zu zeigen, wohin es im digitalen Universum geht. Die Gründer Larry Page und Sergey Brin haben in den vergangenen Jahren zahlreiche sogenannte Moonshots lanciert, die bislang allerdings nicht richtig zünden wollen. Von Brillen, die Computer und Smartphones ersetzen sollen, bis zum Roboterauto ohne Lenkrad und Pedale.

Bei Analysten, Anlegern, Markt- und Zukunftsforschern hat das ein merkwürdiges Unbehagen und Misstrauen erzeugt, was mit dem Rückzug der Gründer aus dem Unternehmen keineswegs verflogen ist. Immer deutlicher wird, dass Alphabet nicht die Superwette für die Internetwelt von morgen ist. Eine gute Nachricht. Denn dies bedeutet, dass kreative und freche Firmen die Dominanz von Google und die damit verbundene Machtkonzentration aufbrechen können.

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